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12.02.2008 
Nachfolger von Kardinal Lehmann

Bischöfe wählen Robert Zollitsch zum Vorsitzenden

Die Deutsche Bischofskonferenz hat einen neuen Vorsitzenden. Die katholischen Oberhirten wählten am Dienstag den Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch zum Nachfolger des Mainzer Kardinals Karl Lehmann – eine Wahl, die den alten Amtsinhaber freuen dürfte.

Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Foto: apLupe

Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Foto: ap

HB WÜRZBURG. Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch ist neuer Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Die Frühjahrsvollversammlung wählte den 69-Jährigen am Dienstag in Würzburg zum Nachfolger von Kardinal Karl Lehmann, der sein Amt nach mehr als 20 Jahren aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig zur Verfügung stellte.

Zollitsch ist für sechs Jahre gewählt. Wahlberechtigt waren die derzeit 69 Mitglieder der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. Der Freiburger Erzbischof war neben dem neuen Erzbischof von München, Reinhard Marx, als Favorit gehandelt worden.

Der am 9. August 1938 in Philippsdorf (Filipovo, im ehemaligen Jugoslawien) geborene Zollitsch wurde 1965 in Freiburg zum Priester geweiht. Am 16. Juni 2003 ernannte Papst Johannes Paul II. ihn als Nachfolger von Oskar Saier zum Erzbischof von Freiburg. Damit ist Zollitsch Oberhirte von mehr als zwei Millionen Katholiken. Mit Freiburg leitet er die zweitgrößte der insgesamt 27 Diözesen in Deutschland.


» Mehr Informationen im Web: Der Lebenslauf des Erzbischofs


Zollitsch gilt innerhalb der katholischen Kirche als effizienter, engagierter und zuverlässiger Arbeiter mit großem Organisationstalent. „Ich sehe mich als Brückenbauer“, sagte Zollitsch im Sommer 2003, als er zum Erzbischof ernannt wurde. Zollitsch gilt als liberal, er kann zuhören und Meinungen zusammenführen, das persönliche Gespräch ist seine Stärke. Mit diesen Eigenschaften steht das Freiburger Kirchenoberhaupt in der Tradition von Kardinal Karl Lehmann. Beide sind seit Jahren befreundet.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Lang anhaltender Applaus zum Abschied

Am Montagabend hatte Kardinal Lehmann im voll besetzten Hohen Dom zu Würzburg zum letzten Mal eine Vollversammlung der Bischofskonferenz eröffnet. Als Ortsbischof Friedhelm Hoffmann den 71 Jahre alten Lehmann begrüßte, gab es in der Kirche lang anhaltenden Applaus für den scheidenden Vorsitzenden.

Lehmann stand der Bischofskonferenz seit 1987 vor - so lange wie kein anderer Vorsitzender des Gremiums. Er wird ihr auch weiter als Bischof von Mainz angehören - ebenfalls ein Novum in der Geschichte der der Bischofskonferenz, die noch nie einen ehemaligen Vorsitzenden in ihren Reihen hatte.

Im Rückblick auf seine Amtszeit hatte Lehmann am Montag auf einer Pressekonferenz eine kritische Bilanz gezogen. Als herausragende Ereignisse nannte er besonders die Deutsche Einheit mit ihren Herausforderungen für die Kirche sowie die Gründung neuer Bistümer. Zugleich beklagte er, dass im Verhältnis zur Evangelischen Kirche zuletzt einiges ins Stocken geraten sei. Doch trotz dieser „Wachstumskrise“ gebe es keine Alternative zur Ökumene.

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