Am Montagabend hatte Kardinal Lehmann im voll besetzten Hohen Dom zu Würzburg zum letzten Mal eine Vollversammlung der Bischofskonferenz eröffnet. Als Ortsbischof Friedhelm Hoffmann den 71 Jahre alten Lehmann begrüßte, gab es in der Kirche lang anhaltenden Applaus für den scheidenden Vorsitzenden.
Lehmann stand der Bischofskonferenz seit 1987 vor - so lange wie kein anderer Vorsitzender des Gremiums. Er wird ihr auch weiter als Bischof von Mainz angehören - ebenfalls ein Novum in der Geschichte der der Bischofskonferenz, die noch nie einen ehemaligen Vorsitzenden in ihren Reihen hatte.
Im Rückblick auf seine Amtszeit hatte Lehmann am Montag auf einer Pressekonferenz eine kritische Bilanz gezogen. Als herausragende Ereignisse nannte er besonders die Deutsche Einheit mit ihren Herausforderungen für die Kirche sowie die Gründung neuer Bistümer. Zugleich beklagte er, dass im Verhältnis zur Evangelischen Kirche zuletzt einiges ins Stocken geraten sei. Doch trotz dieser „Wachstumskrise“ gebe es keine Alternative zur Ökumene.


