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21.08.2008 
Flugzeugunglück in Madrid

BKA hilft bei Identifizierung der Absturzopfer

Experten des Bundeskriminalamts sollen die spanischen Rettungskräfte bei der Identifizierung der Toten des Flugzeugunglücks von Madrid unterstützen. Ob Deutsche unter den Opfern sind, ist nach wie vor unklar. Derweil haben Experten mit der Suche nach der Unglücksursache begonnen. Schon kurz vor dem Unglück hatte es Probleme mit der Maschine gegeben.

Ein Rumpfteil der verunglückten Maschine wird geborgen. Nach Angaben von Rettungskräften war das Wrack total verkohlt. Foto: apLupe

Ein Rumpfteil der verunglückten Maschine wird geborgen. Nach Angaben von Rettungskräften war das Wrack total verkohlt. Foto: ap

MADRID. Nach dem Flugzeugunglück auf dem Madrider Flughafen haben Experten begonnen, die Ursache der schlimmsten spanischen Luftfahrt-Katastrophe seit 25 Jahren zu ermitteln. Die Flugschreiber des verunglückten Flugzeugs der spanischen Fluggesellschaft Spanair wurden wenige Stunden nach dem Unglück sichergestellt und einem Ermittlungsrichter übergeben. Der Richter verhängte für die Untersuchungen eine Nachrichtensperre.

Derweil hat Spanien ein Angebot der Bundesregierung auf Unterstützung durch das Bundeskriminalamt (BKA) angenommen. Spezialisten des BKA sollen bei der Identifizierung der Opfer helfen. Nach Angaben des Roten Kreuzes wird sich die Identifizierung über mehrere Tage hinziehen. Viele Leichen sind so verkohlt, dass nur mit Hilfe von DNA-Analysen die Identität der Toten zu klären sein wird.

Bei dem Unglück am Mittwoch waren153 Menschen ums Leben gekommen, 19 Insassen der Maschine überlebten mit schweren Verletzungen. Ob deutsche Staatsbürger unter den Opfern sind, war am Donnerstagmorgen immer noch unklar. Eingecheckt für den Unglücksflug waren sieben Personen mit einem Lufthansa-Ticket, vier von ihnen aus Deutschland. Spanair ist innerhalb der Star Alliance ein Kooperationspartner der Lufthansa.

Die Botschaft in Madrid stehe weiterhin in engem Kontakt mit den spanischen Behörden und der Fluggesellschaft Spanair, erklärte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Donnerstag. „Wir bemühen uns weiter um Aufklärung, ob deutsche Staatsangehörige betroffen sind.“

Die Maschine vom Typ McDonnell Douglas MD-82 war am Mittwoch beim zweiten Startversuch gegen 14.45 Uhr über die Landebahn hinausgerast. Nach Medienberichten hob das Flugzeug beim Start kaum vom Boden ab und zerschellte hinter der Startbahn auf einer Wiese. Helfer der Rettungsdienste berichteten, das Flugzeug sei in mehrere Teile zerbrochen. „Es ist ein Wunder, dass überhaupt jemand überlebte“, sagte ein Augenzeuge. Ein Helfer berichtete: „Das Wrack war total verkohlt und voller Leichen. Da sah nichts mehr wie ein Flugzeug aus.“

Spaniens Verkehrsministerin Magdalena Alvarez bestätigte, dass der Pilot des Jets vor dem Unglück einen Start abgesagt habe, weil technische Probleme aufgetaucht seien. Diese Probleme sollen nach Medienberichten jedoch nichts mit der Katastrophe zu tun gehabt haben. Spanair erklärte, das Unternehmen wolle sich nicht an Spekulationen über die Unglücksursache beteiligen. Zunächst gelte es, sich um die Opfer und deren Angehörigen zu kümmern. Die Maschine war nach Angaben von Spanair 15 Jahre alt und allen vorgeschriebenen Inspektionen unterzogen worden.

Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero sagte, die Ursachen der Katastrophe würden lückenlos aufgeklärt. Er hatte wegen der Katastrophe seinen Urlaub unterbrochen und spendete den Angehörigen der Opfer Trost. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach Zapatero ihr Beileid aus. Sie sei schockiert vom Ausmaß der Katastrophe und der Zahl der Toten und Verletzten und nehme Anteil am Leid der Familien, die ihre Angehörigen verloren hätten, sagte Merkel nach Angaben des stellvertretenden Regierungssprechers Thomas Steg.

Die Fluggesellschaft Spanair, befindet sich seit geraumer Zeit in schweren wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die skandinavische Muttergesellschaft SAS hatte vergeblich versucht, einen Käufer für das kränkelnde Unternehmen zu finden. Zur Zeit ist Spanair dabei, fast ein Drittel der Beschäftigten zu entlassen und das Streckennetz zu reduzieren.

An dem Madrider Flughafen - dem größten des Landes - hatte es zuletzt vor knapp 25 Jahren zwei schwere Flugzeugkatastrophen gegeben. Am 27. November 1983 war ein Jumbojet der kolumbianischen Linie Avianca beim Landeanflug abgestürzt, 181 Menschen starben. Nicht einmal zwei Wochen später prallten auf der Startbahn des Airports eine Iberia- und eine Aviaco-Maschine im Nebel zusammen. 93 Menschen kamen ums Leben.

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