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09.06.2006 
Braunbär lässt sich nicht fangen

Bruno weiter auf der Pirsch

Braunbär Bruno und kein Ende: Auf seiner Tour durch Tirol besuchte der penetrante Streuner inzwischen eine Skihütte und fraß sich weiter durch den Lämmer- und Hasenbestand der Region. Trotzdem sagt eine große Mehrheit der Deutschen: „Bitte lebend fangen.“ Doch das will irgendwie nicht so recht klappen.

Braunbär Bruno ist nicht zu stoppen. Foto: dpaLupe

Braunbär Bruno ist nicht zu stoppen. Foto: dpa

HB INNSBRUCK/MÜNCHEN. Braunbär „Bruno“ ist noch immer nicht in die Falle getappt. Das aus Südtirol (Italien) stammende Jungtier mit dem offiziellen Namen „JJ1“ treibt sich noch immer herum und wandert zwischen Österreich und Deutschland hin und her. Am Mittwochabend wurde der Bär oberhalb von Zirl bei Innsbruck bei einer Skihütte gesehen, wo er den Hüttenwirt samt Freundin erschreckte und das Weite suchte. Erste Versuche der Naturstiftung WWF, das Tier in Tirol in eine Falle zu locken, scheiterten bislang. Nach einer Umfrage des Nachrichtensender n-tv sind zurzeit nur zwölf Prozent der Deutschen dafür, den rabiaten Streuner zu töten.

Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) appellierte am Donnerstag an den bayerischen Umweltminister, alles zu tun, um den Bären lebend zu fangen. Noch in dieser Woche sollen im Auftrag des bayerischen Umweltministeriums finnische Bärenjäger mit ihren speziell geschulten karelischen Bärenhunden auf die Pirsch gehen, um „Bruno“ zu betäuben oder notfalls zu erlegen.

Nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA kam es am Mittwochabend fast zu einer direkten Begegnung zwischen „JJ1“ und dem Wirt einer Skihütte oberhalb von Zirl. Offenbar hatte der keineswegs scheue Bär versucht, in ein Nebengebäude des Anwesens einzudringen. Als der Wirt und seine Freundin den verdächtigen Geräuschen im Freien nachgehen wollte, ergriff der Bär die Flucht. Am Donnerstagmorgen entdeckte der Wirt dann die zwischen 15 und 20 Zentimeter große Abdrücke von Bärentatzen.

Alle Versuche, „Bruno“ mit Hilfe von Fallen aus dem Verkehr zu ziehen, sind bisher gescheitert. WWF-Bärenexperten stellten am Mittwochabend zwei Fallen in Gießenbach bei Scharnitz in Tirol auf. Obwohl „JJ1“ inzwischen fast zwei Dutzend Lämmer und einige Hasen getötet hat, ist die Mehrheit der Deutschen dagegen, ihn zu schießen. In einer am Donnerstag veröffentlichten n-tv-Umfrage forderten 69 Prozent, „Bruno“ lebend zu fangen und in einen Wildpark zu bringen. 19 Prozent verlangten, das Jungtier ganz in Ruhe zu lassen, und nur 12 Prozent der 1000 von Forsa Befragten waren dafür, „JJ1“ zu töten.

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