Errichtet wurde das Gebäude nach Plänen des 1917 geborenen belgischen Ingenieurs André Waterkeyn. Mit Stricknadeln und Gummibällen aus dem Supermarkt, so geht die Legende, hatte er das erste Modell seines gewagten Entwurfs gebastelt. „Ich habe mich gefragt, was unsere Epoche charakterisiert. Ich habe an die Nuklearenergie gedacht, ans Atom“, erklärte er.
Stets betonte der Konstrukteur, er selbst habe dem Atomium seinen Namen gegeben. Noch bis zu seinem Tod im Oktober 2005 besuchte der Ingenieur regelmäßig sein berühmtestes Bauwerk. Die Rechte für die öffentliche Reproduktion seines geschützten Entwurfs brachten Waterkeyn, der mit der belgischen Hockeymannschaft zweimal an den Olympischen Spielen teilnahm, ein Vermögen ein.
Zum 40. Geburtstag des Gebäudes entschlossen sich Stadt, Staat und Betreiberverein zu einem ersten Lifting. 48 Elemente aus rostfreiem Stahl ersetzten die rund 6000 gammeligen Leichtmetallteile der Kugelkörper. Auch das Kugel-Innere wurde vollkommen überholt. „Das Ziel war, das Gebäude zu erneuern, aber seinen Charakter zu erhalten“, sagte Vize-Premierministerin Laurette Onkelinx über die gut 27 Mill. Euro teuren Bauarbeiten.
Das Ergebnis zeigte Wirkung: Bereits anderthalb Jahre nach der Wiedereröffnung im Februar 2006 begrüßten die Betreiber den millionsten Besucher. Allein 2007 kamen rund 750 000 Menschen zum Brüsseler Wahrzeichen. Vor der Renovierung hatten etwa 400 000 Menschen jährlich das Atomium besucht. Im Jubiläumsjahr sollen noch mehr Schaulustige angelockt werden: Alle Menschen, die während der Weltausstellung geboren wurden, haben bis Oktober freien Eintritt.
Für Atomium-Direktor Henri Simons ist das Geburtstagskind nach wie vor ein „großes Symbol des zeitgenössischen Fortschritts“, mehr noch: „Es ist ein beispielhaftes Gebäude.“ Und es ist 50 Jahre nach seinem Bau immer noch einzigartig.

