Der Hurrikan „Dean“ hat nach seinem Zug über die mexikanische Halbinsel Yucatan deutlich an Kraft verloren. Nach der Herabstufung in die Kategorie Eins raste der Wirbelsturm am Mittwoch nun über die Ölplattformen im südlichen Golf von Mexiko. Die Gefahr für das mexikanische Festland ist zudem keineswegs ausgestanden.
HB MEXIKO-STADT/HAMBURG. „Dean“ wird nach Berechnungen des US-Hurrikanzentrums in Miami voraussichtlich am Mittwochabend erneut aufs mexikanische Festland treffen. Die Behörden des mittelamerikanischen Landes forderten die Bewohner von Veracruz und weiteren Küstenstädten am Golf von Mexiko auf, sich auf den Wirbelsturm vorzubereiten. Wie der US-Nachrichtensender CNN meldete, wird das Abschalten eines Atomkraftwerks in der gefährdeten Region vorbereitet. Heftige Winde könnten Hochspannungsmasten beschädigen, die den Strom aus der Anlage transportieren. Das Kernkraftwerk versorge weite Teile des Nordens von Mexiko mit Energie.
Die US-Meteorologen gehen laut CNN davon aus, dass „Dean“ über dem Meer neue Kraft tanken wird, um dann als Sturm der Kategorie zwei erneut aufs Land zu prallen. Heftiger Regen könnte Überflutungen und Erdrutsche in Teilen von Süd- und Zentralmexiko verursachen. Die Behörden hätten nahe der Stadt Tuxpan, die etwa 250 Kilometer nördlich von Veracruz liegt, Notunterkünfte für tausende Menschen errichtet. Am Dienstagmorgen war „Dean“ als Hurrikan der Höchstkategorie fünf mit Sturmgeschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern auf die Karibikküste der Halbinsel Yucatán geprallt. Entgegen erster Befürchtungen hatte „Dean“ auf dem mexikanischen Festland offenbar aber keine größeren Schäden angerichtet.
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Mexikos Präsident Felipe Calderón äußerte sich besorgt über das Schicksal einiger Maya-Siedlungen auf Yucatán. Außerdem sagte Calderon, die Regierung habe die Ölproduktion in der Region um die Stadt Campeche eingestellt. Der staatliche Energiekonzern Pemex hatte zuvor 80 Prozent seiner Förderanlagen heruntergefahren und knapp 19 000 Mitarbeiter in Sicherheit gebracht. Beschädigte Stromleitungen und Gebäude wurden aus Mexiko und dem Norden Belizes gemeldet. Aber bislang habe es keine Meldungen über Tote gegeben, erklärten Vertreter des Roten Kreuzes. Bei seinem Weg durch die Karibik riss „Dean“ laut CNN dagegen bislang mindestens neun Menschen in den Tod.
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Hintergrund zum Hurrikan „Dean“
Wirbelstürme der Kategorie Fünf sind sehr selten. Und „Dean“ gehört zu den zehn stärksten Wirbelstürmen im Atlantik seit Beginn der Aufzeichnungen im Hurrikan-Zentrum in Miami. Gemessen wird dies anhand des Luftdrucks im Auge des Hurrikans. Dazu werden von einem Forschungsflugzeug aus Messsonden ins Zentrum des Sturms geführt. Bei „Dean“ wurde ein Kerndruck von 906 Hektopascal gemessen. Angeführt wird die Statistik von „Wilma“ im Jahr 2005 mit 882 Hektopascal.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts entstand Hurrikan „Dean“ am 10. August vor der Westküste Afrikas als so genannte „Easterly Wave“ (Wellenstörung). Das zunächst harmlose Gebilde zog mit der Passatströmung über den Atlantik nach Westen und entwickelte sich drei Tage später südlich der Kapverdischen Inseln zu einer „Tropischen Depression“, einem schwachen tropischen Wirbelsturm. Auf dem Weg nach Westen verstärkte er sich weiter und wurde am 16. August zum ersten Hurrikan der diesjährigen Saison.
Am 17. August erreichte „Dean“ die Kleinen Antillen und die südliche Karibik. Dort wurde er zu einem Hurrikan der Kategorie vier hochgestuft - mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 240 Kilometern in der Stunde. Seine Ausläufer streiften den Süden von Puerto Rico, die Dominikanische Republik und Haiti. Schlimmer erwischte es Jamaika, wo „Dean“ sehr dicht südlich vorbeizog und große Schäden hinterließ. Zwischen Jamaika und der mexikanischen Halbinsel Yucatàn konnte sich der Wirbelsturm über dem sehr warmen Wasser verstärken und wurde zu einem Hurrikan der Stufe 5, der höchsten Stufe auf der Hurrikan-Skala. Sobald der Sturm das Festland erreichte, schwächte er sich schnell ab. In den nächsten Tagen wird sich das Frontensystem schließlich auflösen.


