Und so dröselt er die Frage Punkt für Punkt auf – und nähert sich so seiner Antwort: Er erzählt von den vielen unterschätzten Vorteilen, die die Region Baden-Baden zu bieten hätte und die als Folge eine große Dankbarkeit bei seinen Bürgern hervorrufen würden: Nicht nur das Essen, die großzügige Natur, die vielen Sonnenstunden würden den Erholungsfaktor positiv beeinflussen.
Auch die günstige Verkehrsanbindung, das Kulturangebot, die gemütliche Mentalität der Menschen würden einen Hektik mehr vergessen lassen als in vielen anderen Städten.
„In den 80er- und Anfang der 90er-Jahre lag Baden-Baden in so einer Art Dornröschen-Schlaf“, sagt Grenke, „unbedeutend in einer geografischen Enge.“ Um dann eine verblüffend einfache Erklärung für sein Tun nachzureichen: „Und dann hat man irgendwann gesehen: Wenn nicht wir etwas dagegen tun, dann tut es keiner. Heute hat die Enge auch Vorteile. Man sieht sich ununterbrochen, da kann man sich nur schwer in eine soziale Anonymität flüchten.“
Und eben weil man ununterbrochen Kontakt hält, muss auch die Auswahl des Mäzenatentums authentisch sein. Schließlich wird der Baden-Badener Gönner ununterbrochen auf seine Projekte angesprochen. Herr Grenke, was hat Sie für das Kulturforum in der Lichtentaler Allee eingenommen? Warum fördern Sie ausgerechnet den Schachsport, das Reiten und die Technik?
„Die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden ist der zeitgenössischen Kunst gewidmet. Das Museum Frieder Burda präsentiert überwiegend Kunstwerke des 20. Jahrhunderts. Daher war es für mich eine Frage, wie ich meine persönlichen Neigungen, eher mathematisch-technisch orientiert, mit den vorhandenen kulturellen Einrichtungen in der unmittelbaren Nachbarschaft zusammenbringen kann.“
Die Eröffnungsausstellung wird sich dem Thema Reisen widmen, auch deshalb, weil für Grenke Reisen das epochen- und die Region prägende Synonym „für wirtschaftlichen Aufschwung und Fortschritt im 19. Jahrhundert war – und heute immer noch ist“.
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