Wenn er über seine Projekte spricht, dann hört man die Liebe zu seiner Heimatstadt nicht im ersten Satz heraus. Eher nüchtern analysiert er, warum er Kultursponsoring für notwendig hält, allerdings nie ein Konzert unterstützen würde, weil dieses ihm zu schnelllebig wäre. Genauso nüchtern zuckt er auch mit den Schultern, wenn man ihn nach dem speziellen Baden-Baden-Flair fragt. Wahrscheinlich würde er Bad Oeynhausen genauso finanziell unterstützen, wenn er dort aufgewachsen wäre.
Es ist mit der Liebe zwischen Grenke und seiner Heimat wie mit ganz alten Ehepaaren. Die können bei der goldenen Hochzeit auch nicht erklären, was sie an ihrem Partner nach all den Jahren immer noch so berauschend finden. Er ist einfach ihr Partner. Punkt.
Schon Grenkes Vater war Kirchen-Ältester, die Eltern kamen nach dem Zweiten Weltkrieg beide aus dem Osten Deutschlands nach Baden-Baden. Aber viel von Kultur, Sozialengagement und philosophischer Nachhaltigkeit bekam der kleine Wolfgang, Jüngster von drei Kindern, nicht mit. Meist sah er die Eltern aufstehen, essen, arbeiten, schlafen. Ohne formal hohe Bildung, aber mit enormem Potenzial bauten sich die Eltern ihr kleines Imperium auf, und Grenke junior übernahm schon zu Grundschulzeiten die Buchhaltung. „Man hat meinem Vater immer angemerkt, dass er stolz auf mich war“, erinnert sich Grenke heute.
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Seine Dankbarkeit für diese Art der selbstbewussten Erziehung gab er seinem Vater während des Studiums zurück, als er früh anfing, Geld zu verdienen. Taxi fahren, LKW fahren, und irgendwann half er dann im Leasing-Geschäft seines zukünftigen Schwagers mit. Und nach zwei Jahren ließ Grenke das Studium Studium sein und übernahm einen Teil des Geschäfts. 1987 gründete er Grenke-Leasing, ein Dauer-Gewinn-Konzern, der so nachhaltig blüht wie die Dahlien in der Lichtentaler Allee.
Grenke selbst will der Aktiengesellschaft, die er bis heute leitet noch „drei oder vier Jahre vorstehen. Dann werde ich mich in meine Stiftungsarbeit zurückziehen.“
Vorher will er mit seiner Frau die Welt umsegeln, auch das ist für ihn eine Form von Nachhaltigkeit, „wenn man ohne Energiezufuhr von außen sich bewegen kann. Und später nur in einer Bucht liegt und ein Buch liest.“
Lesen Sie weiter auf Seite 5: Er war an der ersten ISO-9000-Zertifizierung eines Gymnasiums beteiligt


