Nachhaltigkeit, dieser Unternehmer-Jargon drängelt sich immer wieder ins Gespräch. Nachhaltigkeit ist ihm wichtig. Noch wichtiger als Effizienz oder Prestige.
Zum Beispiel war er an der ersten ISO-9000-Zertifizierung eines Gymnasiums in Deutschland beteiligt. (Ja, natürlich liegt es in Baden-Baden!) Nicht, um den Lehrplan besser zu machen, sondern um die Organisation zu optimieren.
Seitdem können sich zum Beispiel Lehrer am Abend vorher in einem eigens dafür installiertes Intranet anmelden und nachschauen, in welcher Klasse sie am kommenden Tag welche Vertretungsstunde abhalten müssen. Um wenigstens ein bisschen vorbereitet zu sein. Man kann sich ein paar alteingesessene 68er vorstellen, die gegen die Erstellung eines ISO-9000- Handbuchs gemeutert haben, aber Wolfgang Grenke ist nicht nur in seiner Krawatten- und Kleiderwahl dezent. „Och nein, im Großen und Ganzen haben alle gern mitgemacht“, sagt er, und man muss genau hinhören, um die Restmenge von „im Großen und Ganzen“ zu erahnen.
Heute arbeitet die Schule mit einem sogenannten mobilen Klassenzimmer und einem Handbuch, das jederzeit für alle im Intranet zur Verfügung steht.
Hat er schon jemals ein Projekt in seiner Heimatstadt unterstützt, das nicht sinnvoll nachhaltig oder sonst wie messbar effizient war? Eines, an dem nur sein Herzblut hängt und keine einzige Kosten-Nutzen-Abwägung? Eines, durch das der Förderer zum Mäzen wird?
Er schaut verwundert. Denkt nach. Trinkt einen Schluck Kaffee. „Nein, nie“, sagt er.


