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18.05.2007 
El Masri wegen Brandstiftung festgenommen

Der Fluch der Erinnerung

Drei Jahre nach seiner Freilassung ist der für mehrere Monate nach Afghanistan verschleppte Deutsche Khaled el Masri am Donnerstag wegen Verdachts auf Brandstiftung festgenommen worden. Dem 43-Jährigen wird vorgeworfen, in einem Großhandelsmarkt Metro in Neu-Ulm Feuer gelegt zu haben, wie die Polizeidirektion Krumbach mitteilte. Grund waren offenbar massive psychische Probleme, unter denen El Masri laut seinem Anwalt Manfred Gnjidic seit der Entführung leidet.

Khaled el Masri Foto: dpaLupe

Khaled el Masri Foto: dpa

HB KRUMBACH. Der offenbar verwirrte El Masri wurde den Angaben zufolge festgenommen und per richterlichem Unterbringungsbefehl auf unbestimmte Zeit in die psychiatrische Abteilung eines Bezirkskrankenhauses eingewiesen. Dort wird er auf seine Schuldfähigkeit untersucht. Bei einer vorläufigen Begutachtung nach der Festnahme des 43-Jährigen am Donnerstag habe ein Experte erklärt, es komme eine eingeschränkte Schuldfähigkeit in Betracht, sagte der Memminger Oberstaatsanwalt Johann Kreuzpointner am Freitag.

Die Polizei erklärte, der genaue Tatablauf müsse noch geklärt werden, der Beschuldigte machte zunächst keine Angaben, auch nicht zum Motiv. Der aus dem Libanon stammende deutsche Staatsbürger war von Dezember 2003 bis Mai 2004 in der Hand von Entführern, die El Masri für einen Terrorverdächtigen hielten und ihn misshandelten. Vermutlich handelten sie im Auftrag des US-Geheimdiensts CIA.

El Masris Anwalt Manfred Gnjidic sprach von einer „Verzweiflungstat“. Sein Mandat sei „nervlich völlig zusammengebrochen“. Seit Ende der Entführung vor drei Jahren habe er sich vergeblich um eine Therapie bemüht, die Politik habe nicht auf die Hilfeersuchen reagiert. „Folteropfer muss man therapieren“, sagte Gnjidic. Doch niemand habe geholfen. Es sei zynisch, wenn sein Mandant jetzt auf Grund einer Straftat die ihm lange vorenthaltene Therapie erhalte.

Am Freitagmorgen räumte Gnjidic ein, dass El Masri bereits seit einem Jahr im Ulmer Behandlungszentrum für Folteropfer behandelt werde. „Diese Therapie ist aber unzureichend“, sagte der Anwalt.

Als Grund für die Tat nannte Gnjidic eine Auseinandersetzung zwischen El Masri und dem Metro-Markt, die dann eskaliert sei. Schon bei Nichtigkeiten explodiere El Masri. Presseberichten zufolge soll El-Masri mit Mitarbeitern des Marktes über die Rückgabe eines defekten iPods in Streit geraten sein. Er habe diesen zurückgeben wollen, die Mitarbeiter hätten dies aber abgelehnt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Anwalt hatte die Politik gewarnt.

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