Erst vor zwei Wochen habe er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Fall seines Mandaten um Hilfe gebeten, sagte Gnjidic. „Er entgleitet jetzt“, habe er dabei gewarnt. Das Kanzleramt habe das Therapie-Ersuchen an die Bayerische Staatskanzlei weitergeleitet, die noch nicht reagiert habe.
Bei dem Brand in dem Großhandelsmarkt am frühen Donnerstagmorgen entstand den Angaben zufolge ein Schaden von 500 000 Euro. Das Feuer brach gegen 4.45 Uhr in der Borsigstraße in Neu-Ulm aus und konnte von der Feuerwehr schnell gelöscht werden. Ein Großteil der Schäden dürfte wegen Ruß und Löschwasser entstanden sein, teilte die Polizei mit. Der Verdächtige wurde nahe dem Tatort festgenommen. Nähere Auskünfte erteilte die Polizei zunächst nicht.
El Masri hatte durch seine Verschleppung nach Afghanistan durch den US-Geheimdienst CIA Schlagzeilen gemacht. Er war an der mazedonisch-serbischen Grenze festgenommen und Anfang 2004 nach Afghanistan entführt worden. Dort wurde er monatelang festgehalten und nach eigenen Angaben gefoltert. Anfang dieses Jahres erließ die Münchner Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen mehrere mutmaßliche CIA-Agenten. Die Verdächtigen sind international zur Fahndung ausgeschrieben. Mit dem Fall El Masri beschäftigte sich auch der BND-Untersuchungsausschuss des Bundestags.
Erst kurz vor dem Brand in Neu-Ulm war die Abhöraktion der bayerischen Justiz gegen den Anwalt El Masris für verfassungswidrig erklärt worden. Nach einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss des Bundesverfassungsgerichts verstieß die Überwachung gegen das Fernmeldegeheimnis (Az: 2 BvR 2151/06 - Beschluss vom 30. April 2007). Amts- und Landgericht München hatten 2006 angeordnet, Telefon, Fax und Handys der Kanzlei von Gnjidic zu überwachen - in der Hoffnung, dass die Entführer mit ihm Kontakt aufnehmen.


