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25.10.2008 
Sinkende Benzinpreise

Deutsche leisten sich mehr Kilometer

Die Deutschen benutzen wieder häufiger ihr Auto. Grund dafür sind die gefallenen Benzinpreise. Seit dem Absturz des Ölpreises ist der Sprit so preiswert wie seit Monaten nicht mehr. Auch die Heizölkunden machen derzeit ein gutes Geschäft. Fraglich ist, wie lange das so bleibt.

Dank der gesunkenen Benzinpreise wird wieder häufiger Auto gefahren. Foto: dpaLupe

Dank der gesunkenen Benzinpreise wird wieder häufiger Auto gefahren. Foto: dpa

BERLIN HB. Die gesunkenen Benzinpreise sind für jeden achten Deutschen ein Grund, wieder häufiger mit dem Auto zu fahren. In einer Emnid-Umfrage bestätigten zwölf Prozent der Befragten, dass sie sich so verhalten. In der Altersgruppe von 30 bis 39 Jahren bekannte sich jeder fünfte dazu, dank der gesunkenen Benzinpreise häufiger mit dem Auto unterwegs zu sein.

Der Abwärtssog an den internationalen Rohölmärkten hat die Benzinpreise an den Tankstellen mit nach unten gezogen. Der Energie Informationsdienst (EID) in Hamburg ermittelte bei den Großkonzernen für diese Woche Durchschnittspreise von 1,32 Euro je Liter Eurosuper und 1,26 Euro bei Diesel.

„An manchen Stationen, besonders freien Tankstellen, sank der Benzinpreis auch unter 1,30 Euro“, sagte EID-Chef Rainer Wiek am Freitag. Ein solch niedriges Niveau zeigten die Super-Notierungen im Durchschnitt zuletzt Anfang 2007. Super-Benzin kostete im September 2008 durchschnittlich noch 1,46 Euro, ein Liter Diesel 1,37 Euro.

Niedrige Preise treiben auch die Heizölkunden angesichts des nahenden Winters zu den Händlern. „Das Geschäft brummt“, sagte ein Aral-Sprecher. Im Bundesdurchschnitt kostete ein Liter Heizöl vergangene Woche 79 Cent, wie der Hamburger Fachdienst EID mitgeteilt hatte. Laut EID lag der Heizölpreis seit April nicht mehr so niedrig.

Offen ist, wie lange die Niedrigpreise anhalten: Das Rettungspaket für die Finanzmärkte ließ außer den Aktienkursen am vergangenen Montag auch den Ölpreis steigen. Noch in der Vorwoche hatte das Barrel Öl weniger als 80 US-Dollar gekostet, fast eine Halbierung des Spitzenpreises vom Juli. Nach der Ankündigung milliardenschwerer Rettungspakete europäischer Länder für die Finanzbranche machte der Ölpreis einen Satz in die Höhe. Er sprang um 4,28 Dollar auf 81,98 Dollar. Händler sprachen von neuem Optimismus im Markt.

Die die in der OPEC zusammengeschlossenen Ölförderländer wollten der Talfahrt des Erdölpreises offenbar nicht mehr tatenlos zusehen: Seit ihrem Hoch im Juli mit knapp 150 US-Dollar pro Barrel waren die Preise um rund 30 Prozent gesunken. Nun reagierte die Organisation bei einer Sondersitzung in Wien und drosselt ihre Fördermenge um gut 500 000 Barrel pro Tag.

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