0 Bewertungen
21.03.2006 
Emnid-Studie

Deutsche sind „Pessimismus-Weltmeister“

Die Bundesbürger sind nach einer Emnid-Studie mit ihren Zukunftserwartungen die „Pessimismus-Spitzenreiter“ im internationalen Vergleich.

Beonders ältere Bundesbürger blicken wenig optimistisch in die Zukunft. Foto: dpaLupe

Beonders ältere Bundesbürger blicken wenig optimistisch in die Zukunft. Foto: dpa

HB BERLIN. Vor allem die älteren Deutschen schätzten ihre soziale Absicherung, die künftige wirtschaftliche Situation und die Gesundheitsversorgung „negativ und deutlich unzureichend“ ein. Dies ist das Ergebnis der Emnid-Studie „Angst vor Altersarmut - Deutschlands Sozialsysteme vor dem Aus?“, die am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde. In die Umfrage einbezogen wurden auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und Polen.

Die heute über 50-jährigen Deutschen erwarten für ihren Lebensabend massive Verschlechterungen, sagte Emnid-Geschäftsführer Klaus-Peter Schöppner. Sehr skeptisch werde die künftige soziale Lage beurteilt. „Besonders schlecht“ sehen die Befragten die künftige Gesundheitsversorgung, ebenso die staatliche Absicherung im Pflegefall. Schöppner warb für einen Mentalitätswechsel: Ältere müssten länger im Erwerbsleben gehalten werden, um sich nicht länger als „Ballast“ zu empfinden.

Der Sozialwissenschaftler Meinhard Miegel, Leiter des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft (Bonn), nannte den Zukunftspessimismus der Deutschen eine Reaktion auf die Erkenntnis, „dass eine goldene Epoche zu Ende gegangen ist“. Zwar werde in Deutschland „niemand unter der Brücke verhungern“: Der Staat könne aber das „einstmals gegebene Versprechen“ nicht länger halten, den individuellen Lebensstandard im Rahmen der gesetzlichen Alters-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zu gewährleisten.

Miegel bekräftigte seine Forderung, die sozialen Sicherungssysteme auf eine Grundsicherung zurückzuführen und zusätzlich privat vorzusorgen. Der Sozialstaat habe sich „verausgabt“. Laut Studie gibt es in der Bevölkerung gleichwohl eine „positive Grundstimmung“, was die persönlichen Altersperspektiven - etwa die finanzielle Absicherung - angeht.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterHandelsblatt Specials

zurück
  • Chronik 2008: Das Jahr der Turbulenze...

    Chronik 2008: Das Jahr der Turbulenzen

    Bankenpleiten, Börsentalfahrt, Rezession: Kaum ein Jahr hat die Welt der Wirtschaft so durcheinander gewirbelt wie 2008. Im kommenden Jahr müssen sich Manager und Politiker neu beweisen. Handelsblatt.com blickt in den Tagen bis zum Jahreswechsel zurück auf eine Zeit vo...Special 

  • Türkei – ein Land zwischen Aufbruch u...

    Türkei – ein Land zwischen Aufbruch und Rückschritt

    Die Türkei sprüht vor Dynamik. Neben Istanbul bilden sich auch in Anatolien neue Wirtschaftszentren. Im Land entsteht ein Mittelstand. Das bietet auch Chancen für deutsche Unternehmer und Investoren. Zugleich gestaltet sich der Weg nach Europa schwierig: Die Türkei ste...Special 

  • Agenda IT-Fitness

    Agenda IT-Fitness

    Ob Waldarbeiter, Bäcker oder Arzt – ohne IT läuft im Beruf kaum noch etwas. Doch die Informationstechnologie wandelt sich permanent, und Unternehmen wie Arbeitnehmer müssen sich auf diesen Wandel einstellen. Wie das gehen kann, zeigt die Agenda „IT-Fitness“.Special 

vor

 

 

Bildergalerien

zurück
  • Rechte und Pflichten bei Eis und Schn...

    Rechte und Pflichten bei Eis und Schnee

    Starke Schneefälle, Glatteis und Dauerfrost haben in den vergangenen Tagen vielen den Weg zur Arbeit erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht.Handelsblatt.com erklärt, was Sie beachten sollten.Bildergalerie 

  • Neue Regeln für die Einreise in die U...

    Neue Regeln für die Einreise in die USA

    Ab dem 12. Januar müssen USA-Reisende ohne Visum vorab online einen Antrag beim US-Heimatschutzministerium stellen. Nur mit Genehmigung, die per E-Mail erteilt wird, darf der Geschäftsreisende oder Tourist dann ins Flugzeug steigen. Die letzte Entscheidung trifft aber ...Bildergalerie 

  • Schneechaos legt Deutschland lahm

    Schneechaos legt Deutschland lahm

    Bis zu 20 Zentimeter Schnee und Glatteis haben am Montag weite Teile Deutschlands lahmgelegt. Autobahnen mussten gesperrt werden, Busse und Bahnen wurden durch die Schneemassen behindert. Auf dem Düsseldorfer Flughafen ging nichts mehr. Bilder vom Chaos.Bildergalerie 

vor