0 Bewertungen
13.05.2008 
Sturmkatastrophe in Birma

Die mühsame Arbeit der Helfer

Nur langsam dringen die Helfer in die entlegenen Regionen Birmas vor, in denen der Zyklon Nargis vor mehr als einer Woche gewütet hat. Die Zahl der Todesopfer ist weiter gestiegen - nach offiziellen Angaben auf 34 000. Doch noch immer wehrt sich die Militärregierung des Landes gegen ausländische Hilfe.

UN-Mitarbeiter beladen einen LKW mit Hilfsgütern für Birma. Noch immer erschwert die Regierung des Landes ausländischen Helfern den Zugang zum Katastrophengebiet. Foto: apLupe

UN-Mitarbeiter beladen einen LKW mit Hilfsgütern für Birma. Noch immer erschwert die Regierung des Landes ausländischen Helfern den Zugang zum Katastrophengebiet. Foto: ap

HB RANGUN. Zehn Tage nach dem Zyklon „Nargis“ ist die Zahl der Todesopfer in Birma nach Angaben der BBC auf über 34 000 gestiegen. Mehr als 27 000 würden noch vermisst, meldete der britische Rundfunksender am Dienstag unter Berufung auf birmanische Behörden.

Unterdessen dringen Hilfsorganisationen mit einheimischen Mitarbeitern mehr als eine Woche nach dem verheerenden Zyklon in Birma allmählich in die entlegenen Regionen des Katastrophengebietes vor. Zu einem Zentrum für die Einsätze entwickelt sich die schwer zerstörte Hafenstadt LaButta, wo der Malteser Hilfsdienst in einem verlassenen Haus inzwischen Behelfskliniken eingerichtet hat. Deutschland wird die Hilfe für die Opfer der Wirbelsturm-Katastrophe nach Angaben des Staatsministers im Auswärtigen Amt, Günter Gloser (SPD), von zwei auf vier Millionen Euro verdoppeln. Die britische Königin Elizabeth II. unterstützt mit einer „bedeutenden“ privaten Spende die Hilfsoperationen. Eine Summe wurde aber nicht genannt.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind im Katastrophengebiet die ersten Ruhr-Fälle aufgetreten. Cholera sei dagegen noch nicht ausgebrochen. „Wir arbeiten eng mit dem birmanischen Gesundheitsministerium zusammen“, teilte der Regionaldirektor für Südostasien, Samlee Plianbangchang, mit. „Die Lage in LaButta ist sehr, sehr dramatisch“, sagte Birke Herzbruch von Malteser International am Dienstag in Rangun. Durchfallerkrankungen seien ein großes Problem. Die Menschen hätten die ganze Woche nur aus Brunnen trinken können, in denen das Wasser durch die Flutwelle versalzen war. Heftige Niederschläge erschweren die Situation.

Die Staatspresse als Sprachrohr der Militärjunta machte noch einmal deutlich, dass ausländische Helfer im Land nicht erwünscht sind. Die Verteilung der Hilfe im Land übernehme das Militär, sofern die Spender keine einheimischen Mitarbeiter im Land haben, hieß es.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auch die Helfer sind obdachlos geworden

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterHandelsblatt Specials

zurück
  • Chronik 2008: Das Jahr der Turbulenze...

    Chronik 2008: Das Jahr der Turbulenzen

    Bankenpleiten, Börsentalfahrt, Rezession: Kaum ein Jahr hat die Welt der Wirtschaft so durcheinander gewirbelt wie 2008. Im kommenden Jahr müssen sich Manager und Politiker neu beweisen. Handelsblatt.com blickt in den Tagen bis zum Jahreswechsel zurück auf eine Zeit vo...Special 

  • Türkei – ein Land zwischen Aufbruch u...

    Türkei – ein Land zwischen Aufbruch und Rückschritt

    Die Türkei sprüht vor Dynamik. Neben Istanbul bilden sich auch in Anatolien neue Wirtschaftszentren. Im Land entsteht ein Mittelstand. Das bietet auch Chancen für deutsche Unternehmer und Investoren. Zugleich gestaltet sich der Weg nach Europa schwierig: Die Türkei ste...Special 

  • Agenda IT-Fitness

    Agenda IT-Fitness

    Ob Waldarbeiter, Bäcker oder Arzt – ohne IT läuft im Beruf kaum noch etwas. Doch die Informationstechnologie wandelt sich permanent, und Unternehmen wie Arbeitnehmer müssen sich auf diesen Wandel einstellen. Wie das gehen kann, zeigt die Agenda „IT-Fitness“.Special 

vor

 

 

Bildergalerien

zurück
  • Wo sich das Sponsorenkarussell dreht

    Wo sich das Sponsorenkarussell dreht

    Zum Saisonende laufen in der Fußball-Bundesliga zahlreiche Verträge von Vereinen mit ihren Hauptsponsoren oder Ausrüstern aus, weitere kommen 2010 hinzu. Insgesamt geht es um Vermarktungsgelder von rund 90 Millionen Euro – und das mitten in der Wirtschaftskrise. Das Ma...Bildergalerie 

  • Rechte und Pflichten bei Eis und Schn...

    Rechte und Pflichten bei Eis und Schnee

    Starke Schneefälle, Glatteis und Dauerfrost haben in den vergangenen Tagen vielen den Weg zur Arbeit erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht.Handelsblatt.com erklärt, was Sie beachten sollten.Bildergalerie 

  • Neue Regeln für die Einreise in die U...

    Neue Regeln für die Einreise in die USA

    Ab dem 12. Januar müssen USA-Reisende ohne Visum vorab online einen Antrag beim US-Heimatschutzministerium stellen. Nur mit Genehmigung, die per E-Mail erteilt wird, darf der Geschäftsreisende oder Tourist dann ins Flugzeug steigen. Die letzte Entscheidung trifft aber ...Bildergalerie 

vor