Das Rote Kreuz kann in den verwüsteten Gebieten etwa 20 000 Familien pro Tag mit ersten Hilfsgütern unterstützen. „Wir bringen ihnen das, was sie am meisten brauchen, Nahrungsmittel, Zeltplanen, Moskitonetze, Kochsets oder Kleidung“, berichtete Rot- Kreuz- Mitarbeiter Bernd Schell der dpa. „Und wir versuchen, uns jeden Tag um etwa 30 Prozent zu steigern“, sagte Schell. Er rechne damit, dass etwa eine Million Menschen dringend Hilfe benötigen.
Viele Rot-Kreuz-Helfer sind durch den Zyklon obdachlos geworden und leisten trotzdem unermüdlich Hilfe, berichtete Bridget Gardner vom Internationalen Roten Kreuz in Genf nach ihrer Rückkehr aus LaButta. Die Mitarbeiter verdienten besonderes Lob, meinte Gardner. „Jeweils vier oder fünf Helfer kümmern sich pro Tag um bis zu 200 Menschen. Und sie haben kein Heim mehr, in dem sie sich nach ihrer schweren Arbeit ausruhen könnten.“
Die Hilfsorganisation World Vision hat in den Katastrophengebieten 37 Betreuungszentren für Kinder eingerichtet. Dort sollen Mädchen und Jungen Schutz finden, die ihre Eltern durch den Zyklon verloren haben, berichtete das Hilfswerk in Friedrichsdorf bei Frankfurt.
In Rangun trafen Medikamente und medizinische Ausrüstung zur Behandlung von 80 000 Menschen ein. Im besonders betroffenen Irrawaddy-Delta begann die WHO mit der Verteilung von Hilfsgütern. „Wir können ins Delta kommen“, sagte Generalsekretär Hans-Joachim Preuß der dpa in Berlin. Allerdings seien dort zunächst einheimische Helfer tätig und keine internationalen Mitarbeiter.
Ärzte ohne Grenzen ist dazu übergegangen, an Ort und Stelle neue Mitarbeiter anzuheuern. Sie sollen helfen, die eingetroffenen Hilfsgüter per Lastwagen zu den Bedürftigen zu bringen.

