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13.06.2008 
„Tu es ma came“

Empörung in Bogotá über neuen Carla-Bruni-Song

Carla Bruni, singende französische Präsidentengattin, hat Kolumbien gegen sich aufgebracht. Und das ausgerechnet mit einem Liebeslied.

HB PARIS/BOGOTá. Carla Bruni, singende französische Präsidentengattin, hat Kolumbien gegen sich aufgebracht. Und das ausgerechnet mit einem Liebeslied. Im Chanson "Tu es ma came" ihrer am 21. Juli erscheinende Platte haucht Madame Sarkozy ins Mikro: "Du bist mein Stoff / tödlicher als afghanisches Heroin / gefährlicher als kolumbianischer Schnee." Dass mit Schnee Kokain gemeint ist, daran hat die Regierung in Bogotá keinen Zweifel und zeigt sich tief indigniert.

Die schöne Carla Bruni habe die rote Linie überschritten, meinte der kolumbianische Außenminister Fernando Araujo am Donnerstag auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz. Tags zuvor hatte die französische Zeitung "Le Figaro" die Textpassagen veröffentlicht. "Derartige Worte aus dem Mund der französischen Präsidentinnengattin zu hören, das ist sehr schmerzhaft für Kolumbien", sagte Araujo.

Man bedaure jede Art von Drogenkonsum, der in Kolumbien zu Toten und Gewalt führe. In dem Land werden 80 Prozent des weltweit gehandelten Kokains produziert, und Anspielungen darauf finden die Kolumbianer nicht besonders witzig.

Das Album von Carla Bruni, ihr drittes, wird in Frankreich mit großer Spannung erwartet. Viel spekuliert wird bereits, ob es sich bei "Tu es ma came" (Du bist mein Stoff) um eine Liebeserklärung an Nicolas Sarkozy handelt. Laut "Le Figaro" nimmt sich die Chansonnière die Freiheit zu zahlreichen ironischen Anspielungen. In "Une enfant" etwa heiße es: "Ich bin ein Kind / trotz meiner 40 Jahre / trotz meiner 30 Liebhaber." Dass Bruni bis zu ihrer Hochzeit mit Sarkozy Anfang Februar eine stolze Liste prominenter Partner aufzuweisen hatte, ist bekannt. Die Zahl 30 sorgte in Frankreich dennoch für Erheiterung.

Bis zum Freitag sah sich Bruni nicht zu einer Reaktion auf die Empörung Kolumbiens genötigt. Auch der Élysée-Palast lehnte eine Stellungnahme zunächst ab. Eine, wenngleich wenig diplomatische Antwort gibt die Sängerin allerdings in einem anderen Chanson ihres neuen Albums. Darin singt sie: "Man mag mich verdammen / Man mag mich verfluchen / Mir ist das völlig egal."

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