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02.12.2008 
Vor Somalia

Entführung von Kreuzfahrtschiff vereitelt

Piraten haben in der Nähe der somalischen Küste ein US-Kreuzfahrtschiff mit mehr als 1 000 Menschen an Bord zu kapern versucht. Das Schiff war am Sonntag im Golf von Aden unterwegs, als es von sechs Piraten in zwei schnellen Booten angegriffen wurde.

Auch die Bundesmarine patroulliert in den Gewässern vor Somalia. Foto: dpaLupe

Auch die Bundesmarine patroulliert in den Gewässern vor Somalia. Foto: dpa

HB NAIROBI. Dies teilte Noel Choong, Leiter der für Piratenüberfälle zuständigen Abteilung des International Maritime Bureau (IMB) in Malaysia, am Dienstag mit.

Die Piraten hätten auf das Schiff mit 656 Passagieren und 399 Besatzungsmitglieder geschossen, dieses sei den Piraten aber mit hoher Geschwindigkeit davon gefahren, sagte Choong. "Es war großes Glück, dass das Kreuzfahrtschiff entkommen konnte." Die Reederei Oceania Cruises erklärte, es habe sich bei dem angegriffenen Schiff um die "Nautica" gehandelt. Acht Schüsse seien auf das Schiff abgegeben worden. Die 5. US-Flotte in Bahrain bestätigte den Überfall, nannte aber keine weiteren Einzelheiten.

Die "Nautica" befand sich auf einer 32-tägigen Kreuzfahrt von Rom nach Singapur mit Stopps in Ägypten, Oman, Dubai, Indien, Malaysia und Thailand, wie es auf der Website der Reederei hieß.

Vor der somalischen Küste wurden in diesem Jahr schon rund 100 Schiffe überfallen, etwa 40 von ihnen wurden von den Piraten gekapert. Laut Choong sind derzeit noch 14 Schiffe mit 250 Besatzungsmitgliedern in der Gewalt der Piraten, die Lösegeld verlangen. Am 15. November wurde ein saudiarabischer Supertanker mit Rohöl im Wert von 100 Million Dollar an Bord gekapert.

Ein Sprecher der Piraten sagte der Nachrichtenagentur AP über Satellitentelefon, der gekaperte und mit Panzern und schweren Waffen beladene ukrainische Frachter werde mit seinen 20 Mann Besatzung in den nächsten beiden Tagen freikommen. Es gebe eine Lösegeldvereinbarung für die "MV Faina", sagte Sugule Ali. Zur Höhe wollte er nichts sagen. Die Piraten hatten ursprünglich 20 Mio. Dollar gefordert. Wenn das Lösegeld eingetroffen sei, werde das Schiff freigelassen, sagte der Piratensprecher.

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