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06.06.2008 
Keine Gefahr für Menschen

Entwarnung nach Reaktor-Störfall

von Helmut Hauschild

Zwei Tage nach dem ersten Schreck ist klar: Im slowenischen Kernkraftwerk Krsko ist wohl definitiv keine Radioaktivität ausgetreten. Jetzt attackieren Umweltschützer die Informationspolitik der Regierung - und diese zeigt sich selbstkritisch.

Ein Mitarbeiter des Kernkraftwerkes Krsko mit Atommüll: Der Vorfall von Mittwoch erwies sich als ungefährlich. Foto: apLupe

Ein Mitarbeiter des Kernkraftwerkes Krsko mit Atommüll: Der Vorfall von Mittwoch erwies sich als ungefährlich. Foto: ap

BRÜSSEL. Nach dem EU-weiten Alarm wegen des Zwischenfalls im Atomkraftwerk Krsko am Mittwoch hat die slowenische Regierung gestern Entwarnung gegeben. Es sei keine Radioaktivität ausgetreten, und es bestehe keine Gefahr für Menschen und Umwelt, erklärte sie. "Das war kein Unfall", sagte Sloweniens Umweltminister Janez Podobnik bei einem Treffen der EU-Umweltminister in Luxemburg.

Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace ging gestern davon aus, dass keine Radioaktivität in die Umwelt gelangt sei. Dennoch stufte sie den Zwischenfall als gefährlich ein. Deutschlands Umweltminister Sigmar Gabriel sagte, er vertrauen darauf, dass die slowenische Regierung die Lage unter Kontrolle habe.

Slowenien hatte nach dem Austritt von Kühlflüssigkeit innerhalb des Kernkraftwerks Krsko am Mittwoch um 17.38 Uhr das EU-Frühwarnsystem für Nuklearunfälle Ecurie alarmiert. Die EU-Kommission benachrichtigte darauf hin alle Mitgliedstaaten über den Störfall und informierte die Öffentlichkeit. Der Alarm hatte zunächst EU-weit zu großen Sorgen über einen ernsten Nuklearunfall geführt.

Der Reaktor des Atomkraftwerks wurde nach dem Kühlwasseraustritt völlig heruntergefahren. Es gebe nur ein kleines Leck, sagte Sloweniens Umweltminister. Die Lage sei völlig unter Kontrolle. Es seien nur kleinere Reparaturen nötig, die in wenigen Tagen ausgeführt werden könnten. Kritik gab es an der Informationspolitik Sloweniens und der EU-Kommission. Die slowenischen Behörden hatten den Nachbarländern Österreich, Italien und Ungarn den Störfall zunächst nur als Übung gemeldet. "Es muss unverzüglich geklärt werden, wie es zu diesem Wirrwarr an Informationen kam", forderte Österreichs Umweltminister Josef Pröll. Durch den Vorfall sehe sich Österreich in seiner skeptischen Haltung zur Atomenergie bestätigt. Slowenien entschuldigte sich dafür, dass die verantwortliche Behörde zunächst das falsche Formular für die Störfallmeldung verwendet habe.

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