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19.01.2007 
Regionalbörse wählt Börsenunwort

„Freiwillige Ausreise“ ist Unwort des Jahres

„Freiwillige Ausreise“ ist zum Unwort des Jahres gekürt worden. Damit zog das Wort aus der Asylbewerberpolitik noch vor Begriffen wie „Unterschicht“ und „Prekariat“ die Kritik der Experten-Jury auf sich. Zugleich hat die Börse Düsseldorf auch das Börsenunwort des Jahres gewählt.

HB KÖTHEN. Das gab die zuständige Experten-Jury der Universität in Frankfurt am Main am Freitag in Köthen in Sachsen-Anhalt bekannt. Zur Begründung der Entscheidung erklärte die Jury, dass die Freiwilligkeit einer solchen Ausreise von Asylbewerbern aus der Bundesrepublik in vielen Fällen bezweifelt werden könne.

Insgesamt waren nach Angaben des Jury-Vorsitzenden Horst Dieter Schlosser 2 247 Zuschriften und 1 130 Vorschläge eingegangen, so viele wie nie. Darunter befanden sich auch Begriffe wie „Unterschicht“, „Prekariat“, „Problembär Bruno“, „Prozessökonomie“, „Kleinvoliere“ oder „Kindgerechte Abschiebung“.

Das Unwort des Jahres wird seit 1991 gekürt und normalerweise in Frankfurt am Main verkündet. Köthen wurde in diesem Jahr wegen des 390. Geburtsjahres der so genannten Fruchtbringenden Gesellschaft als Veranstaltungsort ausgewählt, die einst gegen die Verunstaltung der deutschen Sprache kämpfte. Erstes Oberhaupt dieser literarischen Gruppe der Barockzeit war Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen.

Unwörter des Jahres waren bisher unter anderem „Gotteskrieger“, „Humankapital“, „Ich-AG“ oder „sozialverträgliches Frühableben“. Im vergangenen Jahr hatte der Begriff „Entlassungsproduktivität“ das Rennen gemacht.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Börsenunwort des Jahres 2006

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