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02.01.2007 
Hedge-Fonds und Finanzinvestoren

Furcht vor neuen Fesseln

von Torsten Riecke

Hedge-Fonds und Private-Equity-Firmen genossen lange Zeit Narrenfreiheit. Doch nun sind sie in das Visier der Kontrollbehörden geraten. Auch der neu gewählte US-Kongress will den Finanzprofis stärker auf die Finger klopfen.

Hedge-Fonds stehen schon länger im Blick der Kontrolleure.

Hedge-Fonds stehen schon länger im Blick der Kontrolleure.

NEW YORK. Hedge-Fonds und Private-Equity-Gesellschaften gelten als die neuen Stars des Kapitalismus. Während die Finanzakrobaten der Fonds mit immer komplexeren Handelsstrategien ihr Vermögen mehren, überbieten sich die privaten Firmenjäger mit milliardenschweren Übernahmen. Zugleich gehören beide Branchen zu den großen Geheimniskrämern der Finanzwelt. Diese Mischung aus Erfolg und Verschwiegenheit hat die stillen Stars bei Politikern und Aufsichtsbehörden verdächtig gemacht. Der neu gewählte US-Kongress will den Finanzprofis jetzt stärker auf die Finger klopfen.

Schon länger im Blickpunkt der Kontrolleure stehen die Hedge-Fonds. Die Branche verwaltet inzwischen ein Vermögen von 1,3 Billionen Dollar und zeichnet für ein Drittel des gesamten Aktienhandels in den USA verantwortlich. Galten die Fonds lange Zeit als ein Vermögensverwalter für die Superreichen, kommen durch den Einstieg von Pensionsfonds und anderen institutionellen Anlegern auch immer mehr Kleinanleger mit den risikoverliebten Finanzakrobaten in Berührung.

Der US-Senator Arlen Specter hat deshalb noch im zu Ende gehenden Jahr einen Gesetzentwurf eingebracht, der die Hedge-Fonds-Manager an die kurze Leine nehmen soll. "Die Branche verzeichnet ein riesiges Wachstum. Das wirft die Frage auf, ob wir nicht mehr Kontrolle benötigen", sagte der 76-jährige US-Senator aus Pennsylvania. Sein Gesetzentwurf sieht vor, dass alle Hedge-Fonds, die mehr als fünf Prozent ihres Vermögens von Pensionskassen erhalten, sich bei der Börsenaufsicht SEC registrieren lassen müssen. Alle Fondsmanager sollen sich zudem ethische Verhaltensregeln setzen und wichtige Informationen über ihr Geschäftsgebaren veröffentlichen.

Kritiker der Branche wie Richard Blumenthal, Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates Connecticut, versprechen sich davon, dass auf diesem Weg dem Insiderhandel ein Riegel vorgeschoben wird. "Insiderhandel durch Hedge-Fonds bleibt eine unserer Hauptsorgen", sagte SEC-Direktorin Linda Thomson bei einer Anhörung vor dem US-Kongress. Im abgelaufenen Jahr betrafen etwa elf Prozent aller Klagen der SEC die verbotene Weitergabe von Insiderinformationen in der Branche. Die Börsenaufsicht will jetzt eine Datenbank aufbauen, um die zahlreichen Handelstransaktionen der Fonds besser nachverfolgen zu können. Blumenthal möchte zudem die Vermögensgrenze, ab der Privatleute in Hedge-Fonds investieren können, auf zwei Mill. Dollar verdoppeln. Die Börsenaufsicht SEC schlägt gar eine Grenze von 2,5 Mill. Dollar vor.

Ob es jedoch bald zu einem neuen Kontrollgesetz kommt, ist zweifelhaft. Die SEC ist schon einmal mit einer Meldepflicht für Hedge-Fonds gescheitert. Ein Bundesgericht kassierte den Vorstoß aus formalen Gründen. Zudem hat der neue Vorsitzende des Finanzausschusses im Repräsentantenhaus, der Demokrat Barney Frank, erkennen lassen, dass er erst einmal die Branche genauer unter die Lupe nehmen will, bevor der Kongress über neue Gesetze abstimmt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Im Blickpunkt der Ermittler stehen die so genannten "Club-Deals".

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