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08.05.2008 

Auf dem chinesischen Festland darf Han Dongfang allerdings keine Büros betreiben, auch die Internetseite ist dort gesperrt. Dafür arbeitet er bereits in zehn Provinzen mit örtlichen Anwälten zusammen.

Fast immer geht es um ausbleibende Lohnzahlungen, um Sicherheit, Entschädigungen und Entlassungen. Finanziert wird sein zehnköpfiges Team durch internationale Gewerkschaftsverbände und Entwicklungshilfe.

Han aber sieht sich nicht als Rechtsberater, sondern vor allem als Aktivist. Die Prozesse und Klagen sollen nicht nur dem einzelnen Arbeiter helfen, sondern das System insgesamt verändern. Reform durch Quantität: „Einzelne Klagen können abgeschmettert werden, aber nicht Hunderte.“ Dann böten sich große Chancen, denn Chinas Arbeitsgesetze seien gar nicht schlecht.

Auch im Reich der Mitte gibt es Arbeitszeitregelungen und Schutzbestimmungen, darf die Gesundheit der Arbeiter nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.


» Test: Der China-Fitness-Check für Unternehmen


Xu Yundong, der lungenkranke Edelsteinschleifer, traute sich deshalb mit Hilfe seines Anwalts das geradezu Unglaubliche: Er, der ungebildete, machtlose Wanderarbeiter, verklagte seinen ehemaligen Arbeitgeber. 420 000 Yuan (umgerechnet etwa 42 000 Euro) bekam er schließlich. Ein schwacher Trost angesichts seiner ruinierten Gesundheit, aber für einen Wanderarbeiter in China ein Vermögen.

Han ist stolz auf solche Erfolge. Für ihn sind es wichtige Schritte beim Aufbau einer Zivilgesellschaft in China, in der Menschen ihre Sache selbst in die Hand nehmen.

„Hier, schau mal“, ruft er und druckt seitenweise eng beschriebene Papiere aus. Es sind die jüngsten Verlautbarungen der Regierung. „Selbst der Staatsrat übernimmt unsere Ideen von Rechtsstaatlichkeit.“

Die Zeiten, in denen die Partei alles machen und von oben diktieren könne, die seien irgendwann vorbei, sagt Han auf seine ruhige, direkte Art. Moderne Gesellschaften bräuchten Institutionen, Verbände, Vereine – und unabhängige Gewerkschaften. Die Volksrepublik, das weiß Han allerdings auch, ist jedoch noch weit davon entfernt. „Eine Tradition von Rechtsstaat und Zivilgesellschaft gibt es in China nicht“, sagt er.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Sein eigener Weg

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