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18.04.2008 
Hirnbilder

Gemälde des Geistes

von Isabelle Bareither

Die bildgebenden Verfahren der Hirnforscher täuschen: Die bunten Hirnbilder geben keineswegs genau wieder, was in unserem Hirn passiert.

Sieht man in Zeitschriften die bunten Hirnbilder aus den Laboren der Neurowissenschaftler, ist man versucht, sie für Fotografien des menschlichen Geistes zu halten. Doch kennt man die komplexen Verfahren im Hintergrund, sollte man die Bilder vielleicht besser mit wissenschaftlichen Gemälden gleichsetzen – sind sie doch eher künstlerische Interpretationen als Fotografien hochauflösender Kameras.

Hirnforscher mahnen zur Vorsicht beim Bestaunen der scheinbar fotografischen Aufnahmen eines gläsernen Geschöpfes. Auf einer Konferenz zu den ethischen Konsequenzen des Neuroimagings (bildgebende Verfahren der Hirnforschung) in Delft warnten Wissenschaftler besonders vor der Überinterpretation der bunten Hirnbilder in populärwissenschaftlichen Medien.

Adina Roskies, Neurowissenschaftlerin mit einer Juniorprofessur für Philosophie am Dartmouth College in New Hampshire, machte auf die Fehler aufmerksam, die viele Menschen beim Blick auf die Hirnbilder machen. Sie bemerkte, dass „Menschen, die sich ein Bild der Aktivitäten innerhalb eines Gehirns anschauen, glauben, dass sie Gehirnaktivität ,sehen’: Sie meinen, das neuronale Feuern komme Lichtblitzen gleich, die aktive Gehirnareale aufleuchten lassen.“ Hirnbilder seien aber keine Fotografien des Geistes. Forscher wüssten meist, wie sie die Bilder zu interpretieren hätten, aber die Popularität in der Öffentlichkeit sei gefährlich, so Roskies.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Indirekte Messmethoden“

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