0 Bewertungen
18.04.2008 

Um möglichst viele störende Variablen aus einer Messung auszuschließen, wenden die Forscher sogenannte Subtraktionsverfahren an. Sie messen zum Beispiel die Hirnaktivität einer Person, die gar nichts tut oder sich mit einer Kontrollaufgabe beschäftigt, und geben ihr dann die eigentliche Aufgabe. Die Ergebnisse beider Messungen werden nun voneinander abgezogen. Diese Subtraktion soll alle Signale ausblenden, die bei beiden Aufgaben auftreten. Die Wissenschaftler versuchen damit also, möglichst viele Variablen bewusst zu kontrollieren. Ob sie es geschafft haben, kann am Endresultat – dem bunten Bild – allerdings nicht abgelesen werden.

Und das ist noch nicht alles: Das Design der Experimente basiert auf bisherigen Theorien und Erwartungen des Wissenschaftlers. Sind diese falsch, können Ergebnisse leicht fehlinterpretiert oder Wichtiges kann gar ganz übersehen werden. Welche statistischen Tests im Anschluss an die ersten Analysen ausgeführt werden, sei noch immer Gegenstand heftiger Diskussion im Lager der Neuropsychologen, bemerkt die Neurowissenschaftlerin Roskies.

Diese Statistiken können allerdings einen enormen Einfluss ausüben auf das Resultat. Aktivierungsmuster, die mit einer bestimmten Statistik kein Ergebnis gebracht haben, könnten mit einer anderen Methode signifikante Resultate aufweisen. Der Satz „Diese Studie beweist, dass Region X zuständig ist für Funktion Y“, sei selten korrekt, so Roskies. Im besten Falle könne ein Neuroimaging-Experiment einen Beweis liefern dafür, dass eine Region in einen bestimmten Prozess einbezogen ist. Keine Studie könne die Funktion eines bestimmten Areals „beweisen“.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: „Hirnbilder sind Konstruktionen“

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Zuletzt besucht / gesucht

Anzeige

Bildergalerien

 

zurück vor
  • Von Tränen, Eheglück und ...

    Von Tränen, Eheglück und Nasenklemmen bei Olympia

    Zwei Wochen lang präsentierten sich Athleten und Funktionäre bei den Olympischen Spielen in Peking der Welt. Welche Figur die Olympioniken in Peking machten – und wem das Gold für die außergewöhnlichste Performance gebührt.Bildergalerie 

  • Olympia: Pleiten, Pech un...

    Olympia: Pleiten, Pech und Pannen

    Wenn sie gewusst hätten, was auf sie zukommt, wären diese Athleten wahrscheinlich lieber zu Hause geblieben: unfaire Verlierer, unglückliche Athleten und arme Pechvögel der Spiele von Peking. Ein Rückblick.Bildergalerie 

  • Das Geheimnis des Sieges

    Das Geheimnis des Sieges

    Ein Boxer und ein Radfahrer grübeln über alternative Siegstrategien, ein Stabhochspringer und ein Taekwondo-Kämpfer fühlen sich wie verwandelt. Basketballerinnnen sind einiges gewohnt, und eine Judoka gibt ihr Geheimnis preis. Die Olympia-Zitate.Bildergalerie 

  • Goldener Glanz am vorletz...

    Goldener Glanz am vorletzten Tag

    Gold, Silber, Bronze – am Samstag war für deutsche Athleten jedes Edelmetall dabei. Während sich die Hockey-Herren und Sabine Spitz mit dem Mountainbike die olympische Krone aufsetzen konnten, musste sich zwei bisher ungeschlagene Kanuten mit Silber begnügen. Die Medai...Bildergalerie