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05.12.2008 
Naturkatastrophe

Hohe Gefahr von Erdstößen im Indischen Ozean

von Tinka Wolf

Indonesien ist in den vergangenen Jahren von mehreren Beben heimgesucht worden. 2004 kam es zu einem verheerenden Tsunami. 2007 erschütterten mehere Erdbeben die Region. Forscher gehen davon aus, dass die tektonischen Platten vor Indonesiens Küste weiterhin unter Spannung stehen.

In Indonesien gab es in den letzten Jahren zahlreiche Erdbeben. Die Gefahr weiterer Erdstöße ist noch nicht vorüber. Foto: dpaLupe

In Indonesien gab es in den letzten Jahren zahlreiche Erdbeben. Die Gefahr weiterer Erdstöße ist noch nicht vorüber. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Vor der Insel Sumatra im Indischen Ozean herrscht nach wie vor hohe Erdbebengefahr. Das berichten amerikanische Forscher in einer aktuellen Studie im Magazin "Nature".

Die Verwerfungen in der Region, in der im Jahr 2004 ein schweres Seebeben einen verheerenden Tsunami verursachte, stehen demnach weiterhin unter Spannung. Daran hätten auch weitere Erdbeben im Jahr 2007 nichts ändern können, glauben die Forscher. Diese Beben hätten die Spannung zwischen den tektonischen Platten nur zum Teil abgebaut.

Während das Beben im Dezember 2004 seinen Ursprung in der Gegend der Andaman-Inseln hatte, interessierten die Wissenschaftler um Jean-Philippe Avouac vom California Institute of Technology in Pasadena sich für eine Region weiter südlich: die Gegend um die Mentawai-Inseln direkt vor der Küste Sumatras.

Sie vermaßen die Gegend mit Hilfe von GPS- und Radar-Daten, um herauszufinden, wie die letzten Beben entstanden waren. Hier hatten sich schon in den Jahren 1797 und 1833 schwere Beben mit einer Stärke von 8,8 und 9,0 auf der Richter-Skala ereignet. Im September 2007 gab es dort zwei Beben im Abstand von zwölf Stunden und mit einer Stärke von 8,4 und 7,9.

Doch die Bruchstellen dieser beiden Beben seien lokal begrenzt gewesen, heißt es in der Studie. Nur eine Stelle, an der die tektonischen Platten verhakt waren, sei dabei gebrochen. "Die Brüche von 2007 lösten nur 25 Prozent der aufgebauten Spannung seit dem letzten Beben", schreiben die Forscher weiter. Sie glauben deshalb, dass weitere schwere Beben vor Sumatra jederzeit möglich sind.

Erdbebengebiete liegen oft in sogenannten Subduktionszonen, wo sich tektonische Platten untereinanderschieben. Weil die Oberfläche der Platten nicht glatt ist, können sie sich an einigen Stellen verhaken. Zwischen den verkanteten Platten baut sich eine Spannung auf, die sich von Zeit zu Zeit in schweren Erdbeben entladen kann, wenn die Verkantungen brechen. Dabei können sich die tektonischen Platten, die sich eigentlich nur wenige Zentimeter im Jahr fortbewegen, innerhalb von Minuten um mehrere Meter verschieben.

Erdbeben in solchen Subduktionszonen sind oft besonders stark. Auch im Indischen Ozean liegt eine solche Subduktionszone, der Sundagraben. Hier taucht die Australische Platte unter die Eurasische Platte. Die Region gilt als eine der erdbebenreichsten Gegenden der Erde.

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