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22.10.2007 
Feuerinferno im Südwesten der USA

Hunderttausende sind in Kalifornien auf der Flucht

Dutzende Buschbrände von der mexikanischen Grenze bis nach Santa Barbara haben Teile des Westküstenstaates in ein Flammenmeer verwandelt. „Dies ist eine tragische Zeit für Kalifornien“, sagte Gouverneur Arnold Schwarzenegger am Montagmorgen (Ortszeit) in Malibu. Trotz eines Großeinsatzes von mehr als tausend Feuerwehrleuten waren die Brände dort erst zu zehn Prozent unter Kontrolle.

Ein ausgebranntes Auto nahe Malibu: Eine Feuersbrunst wütet in Kalifornien. Quelle: ReutersLupe

Ein ausgebranntes Auto nahe Malibu: Eine Feuersbrunst wütet in Kalifornien. Quelle: Reuters

HB LOS ANGELES. Schwarzenegger rief die Einwohner Kaliforniens auf, den Evakuierungsbefehlen der Behörden unbedingt zu folgen. In sieben Bezirken hat er den Notstand ausgerufen. Mindestens ein Mensch kam seit dem Wochenende ums Leben, 17 weitere wurden verletzt.

Mehr als zweihundertausend Menschen haben freiwillig oder auf Anordnung ihre Häuser in Südkalifornien verlassen, nachdem die Feuerwalzen ganze Wohngebiete bedrohz haben. „Packt eure Sachen in die Autos und verlasst die Häuser so schnell wie möglich, wenn der Befehlt kommt“, forderte Jerry Sander, der Bürgermeister der Stadt San Diego, die Menschen auf. Allein im Umland von San Diego sind schon mehr als 40 000 Hektar Land verkohlt und dutzende Häuser abgebrannt. Bei dem Toten nahe San Diego handelte es sich nach einem Bericht der „Los Angeles Times“ vermutlich um einen illegalen Grenzgänger aus Mexiko.

Heiße Santa-Ana-Winde fachten am Montag mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde die Brandherde entlang der Pazifikküste weiter an. „Ich glaube nicht, dass wir die Brände vor Mittwoch in den Griff bekommen“, sagte Einsatzleiter Michael Freemann der „Los Angeles Times“. Nach dem Wetterbericht bleibt es in dieser Woche windig, heiß und trocken.

In Malibu, wo viele Hollywood-Stars wohnen, brannten mehrere Häuser völlig aus. Auch die Villen von „Titanic“-Regisseur James Cameron, Schauspielerin und Sängerin Olivia Newton-John und Country- Musikerin Tanya Tucker seien bereits geräumt worden, meldete der Internetdienst „tmz.com“. Auch Showmaster Thomas Gottschalk hat einen Wohnsitz in Malibu.

Das Küstenparadies ist seit dem Wochenende in dichten Rauch gehüllt. Dramatische Fernsehbilder zeigten Feuerwalzen auf dem Vormarsch durch die steilen Canyons in dem hügeligen Hinterland. An vielen Stellen wurden die schnell um sich greifenden Flammen erst gebremst, als sie das Meer erreichten.

Großfeuer, die durch die heftigen Föhnwinde ausgelöst werden, sind die Kehrseite des Luxuslebens in dem Nobelort. Bei einem der schlimmsten Brände im Umland von Malibu kamen 1993 drei Menschen ums Leben. Damals brannten knapp 300 Häuser ab, darunter die Villen der Schauspieler Sean Penn und Ali McGraw. Im vergangenen Januar zerstörte eine Feuersbrunst vier Luxusvillen, darunter das Haus der Schauspielerin Suzanne Somers.

Die Flammen hätten schon mindestens 23 Gebäude beschädigt oder zerstört, meldete CNN. Eine Kirche und ein 1978 erbautes Privat- Schloss, das kürzlich für 17 Mill. Dollar zum Verkauf stand, brannten „tmz.com“ zufolge bis auf die Grundmauern ab. Auch Gebäude direkt an den berühmten Pazifik-Stränden wurden ein Raub der Flammen. Mehr als 1400 Feuerwehrleuten kämpften gegen das Inferno.

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