„Es passiert was“, sagte Senatorin Junge-Reyer der Deutschen Presse-Agentur dpa. Aus ihrer Sicht hat die City West eigentlich nie ihre Qualität und Attraktivität verloren. „Nur der Fokus des Interesses hat einige Zeit nicht so auf der City West, sondern mehr auf den Fortschritten im Ostteil geruht“. Am Kudamm hatten sich einige Zeit wie auch in der benachbarten Budapester Straße immer wieder Billigläden eingenistet, die das früher gewohnte gehobene Bild für die Bummel-Touristen trübten. Doch trotz astronomischer Mieten siedelten sich in jüngster Zeit wieder die führenden und exklusiven Textil-, Schuh- und Schmuckmarken am Kudamm an.
Den neuen West-Sog nutzte mit einer Millioneninvestition auch Hotelchef Ekkehard Streletzki („Estrel-Hotel“), der im Mai in der Nürnberger Straße das „Ellington“ neu eröffnete, einen Steinwurf vom Elefantentor des Zoos entfernt. „Der Westteil Berlins stand lange Zeit im Schatten des prosperierenden Ostteils. Nun aber wird die City West wieder an Fahrt gewinnen, deshalb sind wir hier“, analysierte Streletzki. Ohne Millionen, aber ähnlich optimistisch feierte Senatorin Junge-Reyer die Trendwende. „Die City West verfügt über die urbanen Qualitäten einer europäischen Metropole. Hier kristallisiert sich, was Berlin attraktiv macht, beste Infrastruktur, lebendige Wohnviertel sowie Konsum und Amüsement auf internationalem Niveau.“
Zeitweise verbreiteter „Provinzmief“ muss wohl dafür weichen. Den Fritten- und Perlenbuden am Fuße der Gedächtniskirche droht in Kürze die Verdrängung. Der Stil des gesamten Areals soll wieder mehr geprägt sein von den jeher edleren Ansprüchen zum Beispiel des KaDeWe, das mit seinen Feiern zum 100. Geburtstag in diesem Jahr die Akzente im unteren Teil der City West setzt.





