Ähnliche Autobomben, die mit Gas und Benzin gefüllt sind, werden in letzter Zeit im Irak von Selbstmordtätern eingesetzt. Experten zufolge ist es das erste Mal, das solche Bomben auch in England eingesetzt werden. Zu den möglichen Tätern oder Zielen des Anschlags wollte sich Clarke nicht äußern. Das Fahrzeug wurde direkt vor dem Nachtclub „Tiger Tiger" entdeckt. Clarke bestätigte lediglich, dass Nachtclubs von El Kaida Terroristen als Ziele genannt wurden.
Scotland Yard sei nun dabei, CCTV-Aufzeichnungen zu sammeln und auszuwerten. „Wir tragen eine riesige Menge von Informationen zusammen", sagte Clarke. Im britischen Fernsehen wurden Augenzeugen zitiert, die gesehen haben wollen, wie der offenbar gestohlene Mercedes direkt vor den Nachtclub gefahren wurde, Mülleimer rammte und der Fahrer davon rannte. Clarke konnte diese Information nicht bestätigen. Wenn es diese Zeugen gebe, mögen sie sich bei der Polizei melden, sagte er.
Fotostrecke: Bombenalarm im Londoner Westend
Zahlreiche britische Medien hatten berichtet, dass gegen 1.30 Uhr ein lindgrüner Mercedes vor dem Nachtclub Tiger Tiger vorgefahren sei. Der Wagen geriet ins Schlingern und rammte einige Mülltonnen, der Fahrer stieg aus und flüchtete. Als die Türsteher des Tiger Tiger den Wagen inspizierten, entdeckten sie einige große Gaszylinder und hunderte von Nägeln. Sie alarmierten die Polizei. Eine halbe Stunde später hätte der Nachtclub geschlossen und viele hundert Gäste wären nach der Lady’s Night auf die Straße geströmt. In den drei Stockwerken des Tiger Tiger tanzen an einem solchen Abend bis zu 1 700 amüsierwillige Londoner und Touristen.
Noch ist unklar, ob es sich bei dem Fahrer des lindgrünen Mercedes um einen Selbstmordattentäter handelt, der die Nerven verlor, oder ob er die Bombe fernzünden wollte. Derzeit wertet die Polizei die Bilder der Überwachungskameras aus, um die Route des Wagens und den Fluchtweg des Fahrers zu rekonstruieren.


