Die Vereinten Nationen wollen die Opfer des Wirbelsturms „Nargis“ mit mehr als zehn Mill. Dollar (6,5 Mill. Euro) unterstützen, wie der für humanitäre Einsätze zuständige UN-Funktionär John Holmes in Genf mitteilte. Das Weltkinderhilfswerk UNICEF kündigte an, drei Mill. Tabletten zur Wasseraufbereitung sollten nach Thailand geschickt werden und am (morgigen) Freitag von dort nach Birma gebracht werden.
Angesichts der Verzögerungen bei der Katastrophenhilfe bestellte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier den birmanischen Botschafter in Berlin zu einem Gespräch ein. Steinmeier erklärte, er habe seinen Appell wiederholt, Hilfslieferungen möglichst schnell zuzulassen. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul stellte eine Erhöhung der deutschen Unterstützung in Aussicht.
Wegen der zunächst blockierten Hilfslieferungen befürchtet die Organisation Care den Ausbruch von Cholera, Typhus und Malaria im Katastrophengebiet. „Wir haben dafür alle Bedingungen“, sagte Nothilfekoordinator Wolfgang Tyderle der AP. „Verschmutztes Wasser, Leichen, hohe Luftfeuchtigkeit.“
Der Zyklon „Nargis“ könnte nach Einschätzung einer US-Diplomatin 100 000 Menschen das Leben gekostet haben. Die staatlichen birmanischen Medien bezifferten die Opferzahl auf knapp 23 000, mehr als 42 000 Menschen galten demnach als vermisst. Rund 1,5 Mill. wurden obdachlos.
Auch das Haus von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi wurde schwer beschädigt. Der Wirbelsturm habe Teile des Dachs des Bungalows weggerissen, in dem die Politikerin unter Hausarrest steht, sagte ein Nachbar. Es war nicht klar, ob die Politikerin verletzt war oder über ausreichend Nahrungsmittel und Wasser verfügte.


