Die Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwaren-Industrie rechnet es sich an, Halloween in Deutschland populär gemacht zu haben. Die Hersteller brachten Kostüme, Masken und Partydekoration auf den Markt. Sie rechnen in diesem Jahr mit mehr als rund 20 Mill. Euro Umsatz. Profite gibt es auch mit Süßwaren, Getränken, Dekoration und Veranstaltungen; der Gesamtumsatz wurde im vergangenen Jahr auf 150 Mill. Euro geschätzt. „2006 wird dieser Betrag sicherlich übertroffen werden“, meint die Spielwarenindustrie.
Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie erwartet dagegen keine Umsatzsteigerung für Halloween-Schokolade, -Fruchtgummis, Marshmellows und anderes. Das Ereignis habe sich „nicht so ganz durchgesetzt“, meint Sprecher Thorben Erbrath.
Süßigkeiten geschenkt zu bekommen, lassen sich viele Kinder nicht entgehen. Sie müssen nach Halloween-Brauch nur verkleidet an Haustüren klingeln und die Hände aufhalten. Dies geht auf einen christlichen Brauch zurück. Am Abend vor Allerheiligen - Halloween ist abgeleitet von „All Hallows Eve“ (“Abend aller Heiligen“) - wurden einst kleine Brote mit Johannisbeeren, „Seelenkuchen“, an Bettler verteilt, die dafür versprachen, für die Seelen von Verstorbenen zu beten.
Als Ursprung von Halloween gilt auch das Erntefest der Druiden in Irland, ein Dankfest für den Sonnengott. „Sie glaubten, dass Saman, der Herr des Todes, in dieser Nacht die bösen Seelen zu sich rief, die dazu verdammt waren, in Tiergestalt einherzugehen“, schreibt etwa die Autorin Sybil Gräfin Schönfeldt. Im alten England habe man geglaubt, dass Hexen und Geister, durch die Macht des Bösen für eine einzige Nacht gelöst, leibhaftig auf der Erde herumspukten.
Als kirchliche Reaktion will die Evangelische Landeskirche in Nordelbien an Halloween mit dem Verteilen von „Luther-Bonbons“ an den Reformationstag erinnern. Am 31. Oktober 1517 schlug Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Wittenberger Schlosskirche.
Außer Rand und Band geraten heutzutage Kinder und Jugendliche an Halloween. Wie der Deutsche Rechtsanwalt-Zentralruf (DRAZ) berichtet, nehmen Delikte wie Sachbeschädigungen, Hausfriedensbruch, Diebstahl, grober Unfug, Körperverletzung, Vandalismus, Belästigungen und Gefährdung des Straßenverkehrs zu. Oft würden Wände beschmiert, Autoschlösser verklebt oder Blumenkästen zerstört. Dies erfülle den Tatbestand der Sachbeschädigung. „Wer Böller in Briefkästen wirft, Hausmüll auf Gehwegen verteilt, Pflanzen ausreißt oder Eier auf vorbeifahrende Autos wirft, macht sich ebenfalls strafbar“, betont der DRAZ. Kanaldeckel auf der Straße seien zudem lebensgefährlich.


