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20.06.2006 
Betrug in der Forschungswelt

Klonforscher Hwang steht wegen Betrugs vor Gericht

In Südkorea ist am Dienstag das Gerichtsverfahren gegen den in einen spektakulären Fälschungsskandal verwickelten Klonforscher Hwang Woo Suk eröffnet worden. Seine Aufsehen erregende Stammzellstudien waren im Januar als Fälschung entlarvt worden.

HB SEOUL. Die Staatsanwaltschaft hatte den einstigen Vorzeigeforscher im Mai wegen Betrugs und der Veruntreuung von Forschungszuschüssen angeklagt. Die Anklagevertreter forderten vor dem Bezirksgericht in Seoul eine harte Bestrafung für Hwang. Es handle sich um einen historisch bedeutenden Prozess, der dazu beitragen werde, weit verbreitete Praktiken zur Manipulation von Forschungsergebnissen zu beenden, wurden sie von der Zeitung „Chosun Ilbo“ zitiert. Die Verteidiger Hwangs erklärten, der Forscher sei davon ausgegangen, dass die Laborergebnisse seiner Stammzellstudien echt gewesen seien.

Die Anklagebehörde hatte zuvor die Untersuchungsergebnisse der Nationaluniversität in Seoul vom Januar bestätigt, wonach es sich bei den von Hwang im Fachmagazin „Science“ dargestellten Erfolgen in den Jahren 2004 und und 2005 um Fälschungen gehandelt habe. Hwang und sein Team hatten zunächst behauptet, als weltweit erste Forscher menschliche Stammzellen aus geklonten Embryonen gewonnen zu haben. Später wurde Hwang für seinen Artikel über das angebliche Klonen maßgeschneiderter Stammzellen für Patienten gefeiert. Nach Angaben der Ermittler haben die patientenspezifischen Stammzellen jedoch niemals existiert.

Zudem wird dem 53-jährigen Tiermediziner der Verstoß gegen das Biotethikgesetz vorgeworfen wegen illegaler Beschaffung von Eizellen für seine Experimente. Bei einer Verurteilung droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe. Im Zusammenhang mit dem größten Wissenschaftsskandal der vergangenen Jahre müssen sich außerdem fünf weitere Forscher aus dem Umkreis von Hwangs Team vor Gericht verantworten.

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