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01.10.2008 
Hilfe in Krisengebieten

Kölner Ärztin erhält Alternativen Nobelpreis

Die Kölner Ärztin Monika Hauser wird für ihren Einsatz für vergewaltigte Frauen in Kriegsgebieten mit dem Alternativen Nobelpreis 2008 ausgezeichnet. Hauser hatte 1993 in Bosnien Hilfsaktionen für vergewaltigte Frauen im Balkan-Krieg in Gang gesetzt und diese Arbeit später mit ihrer Organisation medica mondiale auf Länder wie Afghanistan und den Kongo ausgedehnt.

Ärztin Monika Hauser gründete vor 15 Jahren die deutsche Hilfsorganisation Medica Mondiale, die Frauen in Kriegs-und Krisengebieten medizinisch und psychologisch hilft. Foto: dpa Lupe

Ärztin Monika Hauser gründete vor 15 Jahren die deutsche Hilfsorganisation Medica Mondiale, die Frauen in Kriegs-und Krisengebieten medizinisch und psychologisch hilft. Foto: dpa

HB STOCKHOLM/KÖLN. Die Kölner Ärztin Monika Hauser wird mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Wie die Stockholmer Stiftung Right Livelihood am Mittwoch mitteilte, erhält die 49-jährige Gynäkologin und Gründerin der Hilfsorganisation medica mondiale den Preis für ihren Hilfseinsatz für vergewaltigte Frauen in Kriegsgebieten vom Balkan bis Afghanistan. Hauser werde geehrt für „unermüdlichen Einsatz für Frauen, die in Krisenregionen schrecklichste sexualisierte Gewalt erfahren haben“, und „ihren Kampf dafür, diesen Frauen gesellschaftliche Anerkennung und Entschädigung zu verschaffen“.

Mit dem Alternativen Nobelpreis werden seit 1980 Leistungen bei der Durchsetzung der Menschenrechte und sozialer Gerechtigkeit, beim Umweltschutz und friedlicher Konfliktlösung gewürdigt. Vor der Kölnerin mit italienischem Pass wurden vier Preisträger aus Deutschland ausgezeichnet, darunter 1982 die zehn Jahre später gestorbene Grünen-Politikerin Petra Kelly.

Hauser hatte 1993 in Bosnien Hilfsaktionen für vergewaltigte Frauen im Balkan-Krieg in Gang gesetzt und diese Arbeit später mit ihrer Organisation medica mondiale auf Länder wie Afghanistan und den Kongo ausgedehnt. Die in der Schweiz geborene Tochter italienischer Eltern sagte in Köln zum Preis aus Schweden: „Ich dachte: Den haben doch bisher Leute gekriegt, die wirklich was in der Welt verändert haben.“ Die Vorstellung, dass auch sie jetzt zu diesem Preis gehören solle, sei „einfach überwältigend“. Zu Auswirkungen auf die Zukunft meinte sie: „Wir werden es bei der Arbeit mit traumatisierten Frauen und der Erreichung unserer politischen Ziele jetzt etwas einfacher haben, weil man uns zuhören wird.“

Ein weiterer Preis ging an die 1962 geborene somalische Frauenrechtlerin Asha Hagi, weil sie nach Meinung der Jury „trotz großen Risikos für sich selbst die Mitwirkung von Frauen im Friedensprozess ihres vom Krieg zerrissenen Landes organisiert und anführt“.

Die US-Journalistin Amy Goodman (51) wird als Gründerin und Moderatorin der täglichen TV-Nachrichtensendung „Democracy Now!“ ausgezeichnet. In der Begründung hieß es, die Sendung sei ein Beispiel „für die Entwicklung eines innovativen Modells wahrhaft unabhängigen politischen Journalismus', der zu Mill. Menschen jene alternativen Stimmen bringt, die von den Mainstream-Medien so häufig ausgegrenzt werden“.

Der vierte der mit zusammen zwei Millionen Kronen (205 000 Euro) dotierten Auszeichnungen geht an das indische Ehepaar Krishnammal (82) und Sankaralingam Jagannathan (96) und ihre Organisation LAFTI. Die Jury erklärte, beide würden ausgezeichnet „für ihre lebenslange Arbeit für die Verwirklichung der Vision Mahatma Gandhis von sozialer Gerechtigkeit und nachhaltiger menschlicher Entwicklung, wofür sie als „Indiens Seele“ bezeichnet worden sind“. Die Alternativen Nobelpreise werden am 8. Dezember im schwedischen Reichstag in Stockholm überreicht.

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