0 Bewertungen
24.02.2008 
Stärke 4,0

Kohleabbau im Saarland nach Erdbeben gestoppt

Nach dem Erdbeben der Stärke 4,0 vom Samstag hat die RAG Deutsche Steinkohle AG den Kohleabbau im betroffenen Gebiet Primsmulde Süd vorerst eingestellt. Nach Angaben der Polizei in Saarbrücken gab es Sachschäden an zahlreichen Gebäuden.

 Immer wieder lässt der Bergbau die Erde im Saarland beben. Archivfoto: dpaLupe

Immer wieder lässt der Bergbau die Erde im Saarland beben. Archivfoto: dpa

HB SAARBRÜCKEN.Verletzt wurde der Polizei zufolge aber niemand . Die Deutsche Steinkohle AG wird nun Gutachter beauftragen, die Ursache der Erschütterung schnellstmöglich zu klären, sagte eine Sprecherin. Bis dahin soll der Kohleabbau ruhen. Aus dem Gebiet Primsmulde Süd holt das Unternehmen weit mehr als die Hälfte seiner Kohleförderung im Saarland. Es beschäftigt dort rund 3 500 Bergleute.

Das Erdbeben, das am Samstag Teile des Saarlandes erschüttert hatte, sei das stärkste jemals durch Kohleabbau im Saarland ausgelöste Beben gewesen, teilte die RAG Deutsche Steinkohle AG mit. Das Epizentrum des Erdbebens lag in Saarwellingen (Landkreis Saarlouis).

Hunderte besorgter Bürger hatten sich bei der Polizei und der Feuerwehr gemeldet. Durch das Beben wurde eine Kirche in Saarwellingen beschädigt. Mehrere Ornamente fielen im Eingangsbereich auf den Boden. Die Kirche ist jedoch vermutlich nicht einsturzgefährdet. Ein Auto wurde von Teilen eines herabstürzenden Schornsteins getroffen. Meist handle es sich bei den Schäden um locker gewordene Schornsteine oder herabgefallene Dachziegel, berichtete die Polizei in Saarlouis. In Teilen der Stadt fiel der Strom aus. Das Beben sei im ganzen Landkreis Saarlouis zu spüren gewesen.

In der Region gibt es immer wieder Beben durch den Bergbau, allein in diesem Jahr mehr als 30. Das bislang stärkste Beben wurde am 3. Januar gemessen und hatte eine Stärke von 3,4. Die für die Beurteilung der Folgen wichtige Schwinggeschwindigkeit erreichte damals 42,3 Millimeter pro Sekunde. Das jetzige Beben übertraf diesen Wert mit bis zu 93,5 Millimeter pro Sekunde deutlich.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Ministerpräsident Müller fordert Ende des Kohleabbaus

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterHandelsblatt Specials

zurück
  • Chronik 2008: Das Jahr der Turbulenze...

    Chronik 2008: Das Jahr der Turbulenzen

    Bankenpleiten, Börsentalfahrt, Rezession: Kaum ein Jahr hat die Welt der Wirtschaft so durcheinander gewirbelt wie 2008. Im kommenden Jahr müssen sich Manager und Politiker neu beweisen. Handelsblatt.com blickt in den Tagen bis zum Jahreswechsel zurück auf eine Zeit vo...Special 

  • Türkei – ein Land zwischen Aufbruch u...

    Türkei – ein Land zwischen Aufbruch und Rückschritt

    Die Türkei sprüht vor Dynamik. Neben Istanbul bilden sich auch in Anatolien neue Wirtschaftszentren. Im Land entsteht ein Mittelstand. Das bietet auch Chancen für deutsche Unternehmer und Investoren. Zugleich gestaltet sich der Weg nach Europa schwierig: Die Türkei ste...Special 

  • Agenda IT-Fitness

    Agenda IT-Fitness

    Ob Waldarbeiter, Bäcker oder Arzt – ohne IT läuft im Beruf kaum noch etwas. Doch die Informationstechnologie wandelt sich permanent, und Unternehmen wie Arbeitnehmer müssen sich auf diesen Wandel einstellen. Wie das gehen kann, zeigt die Agenda „IT-Fitness“.Special 

vor

 

 

Bildergalerien

zurück
  • Wo sich das Sponsorenkarussell dreht

    Wo sich das Sponsorenkarussell dreht

    Zum Saisonende laufen in der Fußball-Bundesliga zahlreiche Verträge von Vereinen mit ihren Hauptsponsoren oder Ausrüstern aus, weitere kommen 2010 hinzu. Insgesamt geht es um Vermarktungsgelder von rund 90 Millionen Euro – und das mitten in der Wirtschaftskrise. Das Ma...Bildergalerie 

  • Rechte und Pflichten bei Eis und Schn...

    Rechte und Pflichten bei Eis und Schnee

    Starke Schneefälle, Glatteis und Dauerfrost haben in den vergangenen Tagen vielen den Weg zur Arbeit erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht.Handelsblatt.com erklärt, was Sie beachten sollten.Bildergalerie 

  • Neue Regeln für die Einreise in die U...

    Neue Regeln für die Einreise in die USA

    Ab dem 12. Januar müssen USA-Reisende ohne Visum vorab online einen Antrag beim US-Heimatschutzministerium stellen. Nur mit Genehmigung, die per E-Mail erteilt wird, darf der Geschäftsreisende oder Tourist dann ins Flugzeug steigen. Die letzte Entscheidung trifft aber ...Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt - Themen des Tages