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26.07.2008 

Der Mann ist gefragt, abends erwartet er ein Fernsehteam aus Brasilien, das eine Reportage über die Renaissance des Deutschen Weins als Qualitätsprodukt plant. Wer hierher kommt, hat vorgeordert oder wird enttäuscht: Der komplette Jahrgang 2007 des Weinguts Heymann-Löwenstein, 100 000 Flaschen an der Zahl, ist seit dem Frühjahr ausverkauft. Längst gibt es Vorbestellungen für 2008. Deshalb macht der Winzer auch keine Weinproben.

In Dieblich kann man die aber getrost nachholen. Im Ort versteckt sich in einem 150 Jahre alten Bruchsteinbau, der früher tatsächlich die Dorfkneipe beherbergte, die „Halferschenke“. Eva und Thomas Balmes haben vor 18 Jahren ein bodenständiges Top-Lokal aufgemacht, in dem sie heute perfekte Räucheraalterrine, Tafelspitz mit Wasabi und frisch gefangenen Zander servieren.

Es geht weiter, rund 80 Kilometer Mosel aufwärts. Die Bundesstraßen 49 und 53 folgen dabei fast jeder Flussschleife, und der M3 kann seine Fahreigenschaften unter Beweis stellen. Laut Datenblatt beschleunigt der offene 1,9-Tonnen-Koloss eine halbe Sekunde langsamer als das M3 Coupé. Im Test macht das kaum einen Unterschied. Wie sein geschlossener Bruder kommt der Wagen bei leichtem Gasgeben eher gemächlich in die Gänge. Er zieht limousinendezent an, bis der Fahrer beherzter zutritt. Dann spürt man, was das „Hochdrehzahlkonzept“ der M-Serie bedeutet: Als würde ein zweiter Motor zugeschaltet, dreht das Aggregat auf. Selbst wenn das gegen Aufpreis erhältliche sequenzielle SMG-Getriebe hoch gelobt wird: In diesen Wagen gehört ein Schalter.

Mit glücklich sausenden Ohren biegen wir auf den Parkplatz des Hotels „Richtershof“ in Mülheim ein. Hier können Gäste sich im Wellness-Areal die Riesling-Mineralien aus dem Körper schwitzen, bevor sie im hauseigenen Restaurant zum Dinner nachtanken. Tucholsky hätte das vielleicht „Weinromantik“ genannt

Was kostet die Welt?!

BMW M3 Cabrio, die dritte Variante des Mittelklasse-Sportwagens aus München. 4-Liter-V8-Motor mit 420 PS zum Preis von 73 950 Euro. Wer statt Handschaltung das sequenzielle SMG-Automatikgetriebe wählt, legt 3 800 Euro drauf.

Das Mosel ist nicht nur ein Zentrum der Weinkultur, sondern auch eine Achterbahn. Die kehrenreiche Strecke von Winningen bis Mülheim misst rund 125 Kilometer.

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