Kann Gewalt lustig sein? Offenbar ja. Bereits Sigmund Freud erklärte uns, dass die wohl wichtigste psychodynamische Bedeutung des Humors in einem Lustgewinn liegt. Das mit Humor verbundene Lachen löst Spannungen, die entweder in der lachenden Person selbst oder in der Beziehung zu anderen Personen liegen. Hin und wieder kommt es auch zu regelrechten Fehlleistungen beim Spannungsabbau. Polizisten, die die schlimme Nachricht eines Unfalltodes zu überbringen haben, berichten immer wieder von dem Phänomen, dass – nur für Sekunden – die Angehörigen zuerst lachen und dann beginnen zu weinen. Lachen als Ausdruck totaler Überforderung.
Und völlig überfordert scheint auch die Wissenschaft zu sein mit dem Thema Gewalt in den Medien und wie diese uns beeinflusst. Psychologen und Soziologen sind sich einig. Einig darüber, dass sie unzufrieden sind mit dem Stand der Forschung: Die Methodik sei veraltet, die Ergebnisse sind widersprüchlich, und daher sei keine signifikante Korrelation zwischen medialem Gewaltkonsum und realer Gewalt feststellbar.
In einer vom Bundesfamilienministerium herausgegebenen Studie von Michael Kunczik und Astrid Zipfel vom Institut für Publizistik der Universität Mainz steht bilanzierend, dass „die Annahme einer generellen Ungefährlichkeit von Mediengewalt fast nicht mehr vertreten wird“. Außerdem bestätigen Kunczik und Zipfel, „dass manche Formen von Mediengewalt für manche Individuen unter manchen Bedingungen negative Folgen nach sich ziehen können“. Genau das hätte uns wahrscheinlich auch die Sekretärin von Herrn Kunczik ohne Studium und Studie sagen können oder sein Friseur, wenn man ihn denn gefragt hätte.
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