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12.03.2008 

Erfreulicherweise lässt sich sagen, dass den meisten von uns Medienkonsumenten – ob Computerballerspieler oder nicht – trotz wachsender Gewaltkriminalität das Erfahren von physischer Gewalt erspart bleibt. Mit ein bisschen Glück ein Leben lang. Der mutwilligen und gewaltsamen Verletzung und Zerstörung eines lebendigen menschlichen Körpers beizuwohnen, sei es als Täter, Opfer oder Zuschauer, ist nicht Teil der zivilisierten Welt, die wir uns erschaffen haben. Kein Klingenkreuzen auf dem Schlachtfeld mehr, keine öffentlichen Hinrichtungen. Aber es ist noch nicht lange her.

Was dem einen oder anderen Großstadtbewohner an Gewalt auf nächtlichen Straßen oder in finsteren U-Bahn-Unterwelten widerfährt, wird durch die mediale Gewalt, vor allem diejenige in Videospielen oder Filmen, bei weitem in den Schatten gestellt. Unsere Sicht auf die Gewalt ist durch Medien geprägt.

Mit dem ebenso erschreckenden wie alltäglichen Phänomen der „lustigen Gewalt“ haben sich bisher nur wenige Forscher ernsthaft befasst. Die Psychologen Dolf Zillmann und Cynthia King-Jablonski von der University of Pennsylvania haben vor einigen Jahren in einer Studie herausgefunden, dass das Hinzufügen von humorvollen Elementen Gewaltszenen scheinbar entschärft. Wenn die Testpersonen einen humorvollen Actionfilm sahen, kam er ihnen harmloser vor als einer ohne Humor. Ein lockerer Spruch beim Töten macht es also medial besser genießbar.

Zillmann und King-Jablonski warnen vor der Gefahr der Veralltäglichung und Banalisierung von derart konsumierter Gewalt. Seit den späten 80er-Jahren verpackten die meisten Actionfilme Gewalt mit Humor. „Yippie-ya-yeah, Schweinebacke!“ ruft Bruce Willis in „Stirb langsam“ (1988), wenn er seine Gegner erschießt. Viele Kinozuschauer verbinden seither offenbar extreme Gewalt automatisch mit guter Laune, auch wenn das im Falle eines witzfreien und schonungslosen Gewaltfilms wie „John Rambo“ gar nicht beabsichtigt ist.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: „Die Guten und die Bösen im Kino“

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