Diese Reaktionen sollten in demselben Maße Besorgnis hervorrufen, wie die reale Gewalt. Denn diese im Angesicht des Leids anderer (seien sie auch fiktive Personen) lachenden und sich vergnügenden Kinobesucher sind Teil der realen Welt. Keine Freaks aus der geschlossenen psychiatrischen Anstalt.
Die verrohten, entmenschlichten burmesischen Soldaten und Folterknechte, die in Stallones Film zum Spaß töten, lachen auch dabei. Und sofort wissen alle im Kinosaal: Die sind die Bösen in dieser emotionalen und moralischen Schwarz-Weiß-Welt. Die wird Rambo später töten. Die gehören aber auch nicht nicht zur wirklichen Welt
In der wirklichen Welt voller Grautöne sitzen die Bösen also mit den Guten zusammen im Kino. Und nach dem großen Spektakel gehen alle wieder ihrer Wege. Mich gruselt bei der Vorstellung, dass diese von unserer modernen Medienwelt offenbar überforderten Menschen zur Wahl gehen, Kinder erziehen und Auto fahren. Und ab und zu schütteln sie sogar meine Hand.
Sind wir wirklich unterwandert von lauter zivilisationsresistenten Gefühlszombies? Würden die in schlimmen Zeiten auch mit Macheten ihre Nachbarn massakrieren wie in Kenia? Vielleicht sollte das Bundesfamilienministerium mal eine tiefenpsychologische Feldstudie in Auftrag geben. Oder man fragt gleich den Friseur von Frau von der Leyen.


