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20.09.2005 
„Die anderen müssen damit zurechtkommen“

Lehmann bleibt Vorsitzender der Bischofskonferenz

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hat am Dienstag in Fulda den Mainzer Kardinal Karl Lehmann als Vorsitzenden der Konferenz bestätigt. Es ist die vierte sechsjährige Amtszeit für den 69 Jahre alten Lehmann, der seit 1987 der Bischofskonferenz vorsteht.

HB FULDA.Kardinal Karl Lehmann (69) ist für weitere sechs Jahre zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Die katholischen Oberhirten entschieden sich am Dienstag in Fulda auf ihrer Herbstvollversammlung bereits im ersten Wahlgang, der eine Zweidrittelmehrheit erfordert, für den Mainzer Oberhirten. Sie setzen damit auf Kontinuität. Lehmann repräsentiert seit 1987 als Nachfolger von Kardinal Joseph Höffner die 26 Millionen Katholiken in der Bundesrepublik. Insgesamt 67 von 68 Bischöfen gaben ihre Stimme ab, das genaue Ergebnis wurde nicht mitgeteilt. Die Wiederwahl wurde in den Kirchen und in der Politik mit breiter Zustimmung aufgenommen.

In einem Gratulationschreiben betonte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), die Wiederwahl unterstreiche „das hohe Ansehen und das Vertrauen, das Sie im Kreis der Bischöfe genießen.“ Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, zeigte sich „ganz außerordentlich“ erfreut. Lehmann habe mit großem Engagement und in einer persönlich überzeugenden Weise das ökumenische Miteinander der Kirchen geprägt. Die Wiederwahl gewährleiste auf diesem Weg Kontinuität und Möglichkeiten der Weiterentwicklung.

Lehmann sieht sich in seiner bisher 18-jährigen Amtsführung bestätigt: „Ich habe keine Hemmungen, so weiterzumachen wie bisher“, sagte er nach seiner Wahl. Für viele sei seine Wahl das Wunschergebnis. „Die anderen müssen damit zurechtkommen“ sagte Lehmann. Natürliche könne er sich als bald 70-Jähriger vorstellen, sein Leben mit anderen Dingen auszufüllen. „Aber wenn ich so eindeutig mit dem Vertrauen ausgestattet werde, kann ich nicht nein sagen.“

Im Vorfeld seiner Wahl hatte sich Lehmann nicht zu einer möglichen Verlängerung seiner Amtszeit geäußert. „Ich habe ein Jahr eisern geschwiegen und bin froh, dass ich das durchgehalten habe“, sagte er. Er habe die Wählenden nicht beeindrucken wollen. „Das war mein Respekt vor dem Souverän.“ Dieses Mal habe es allerdings vor der Wahl ein Gespräch unter den Bischöfen gegeben. „Das gab es auch bei meiner ersten Wahl vor 18 Jahren“, sagte Lehmann.

Die katholische Reformbewegung „Wir sind Kirche“ sprach von „einem deutlichen Zeichen der deutschen Bischöfe, dass Lehmann als langjähriger Vermittler zwischen vatikanischen Positionen und deutscher Kirchenrealität weiterhin ihr Vertrauen hat“. Die erneute Wahl des Mainzer Bischofs sei „vor allem aber ein positives Signal, dass ein weiteres fundamentalistisches Abdriften der katholischen Kirche nicht von der Mehrheit der deutschen Bischöfe mitvollzogen wird“. Lehmann könne sicher sein, dass die große Mehrheit der Katholikinnen und Katholiken in Deutschland seine Wiederwahl begrüße.

Für die Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) bedeutet die Wiederwahl „Kontinuität für die Kirche in Deutschland in wesentlichen Anliegen“. Die Katholikinnen hofften, dass „Kirche mehr und mehr zur Anwältin für Frauen wird, die jede Benachteiligung von Frauen ablehnt und sich für die Verwirklichung der Menschenrechte für Frauen einsetzt“, erklärte die kfd-Bundesvorsitzende, Magdalena Bogner.

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