0 Bewertungen
28.02.2008 
Hotellerie

Luxus für Yawns

von Eberhard Krummheuer

„Young and wealthy but normal“: Das ist die neue Traumklientel für Hoteliers. In den entlegensten Ecken der Welt etablieren sich zur Zeit neue Häuser für die jungen Millionäre. Viele Konzerne entwerfen Hotelmarken oberhalb der bisher obersten Kategorien.

Luxus, wie hier im Berliner Ritz Carlton, soll junge Millionäre in die Hotels locken. Foto: dpaLupe

Luxus, wie hier im Berliner Ritz Carlton, soll junge Millionäre in die Hotels locken. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Wenn Welf Ebeling, deutsches Vorstandsmitglied der renommierten Hotel-Vermarktungsgemeinschaft „The Leading Hotels of the World“ an Yawns denkt, beginnt er keineswegs zu gähnen, sondern ist hellwach. Denn hinter der Abkürzung, die nach den Yuppies und den Dinks aus dem englischen Sprachraum nach Europa herüberschwappt, verbirgt sich eine Klientel, bei der Hoteliers glänzende Augen bekommen.

Die Yawns sind die jungen Millionäre, die „young and wealthy but normal“ sind, erläuterte Ebeling kürzlich auf einem Hotelkongress in Frankfurt. Eine Klientel, die das Top-Gastgewerbe naturgemäß stark umwirbt. Und auch die großen Hotelketten entdecken das Geschäft mit dem Luxus für eine Zielgruppe, die sich alles leisten kann, dabei aber nicht auf Überfluss sondern auf individuellen Genuss setzt.

Auf der Internationalen Tourismusbörse (5. bis 9. März), die nächste Woche in Berlin beginnt, werden die Yawns zumindest in der Messehalle 9, eine bedeutende Rolle spielen: Dort konzentrieren sich traditionell etliche der internationalen Hotelketten.

Viele Konzerne entwerfen neue Hotelmarken oberhalb der bisher obersten Kategorien, und sie planen Herbergs-Eröffnungen häufig an exotischen Standorten etwa in den aufstrebenden Schwellenländern Russland, China und Indien. „Da sind dann Städte darunter, bei denen man sich fragt, was die eigentlich mit einem Luxushotel wollen“, beschreibt Kurt Ritter, Chef der Rezidor SAS-Hotelgruppe, die neben den Geschäftsreise-Hotels Radisson SAS auch die noblen Regents betreibt. Doch es gebe „immer mehr reiche Leute“, und der Markt sei einfach da.

„Der glorreiche Vorreiter“, so Stephan Gerhard, Chef der Branchen-Unternehmensberatung Treugast, sei in diesem Geschäft Kempinski gewesen. „Wir waren die erste Fünf-Sterne-Hotelgesellschaft, die vor über zehn Jahren in Russland und China Hotels eröffnet hat“, bestätigt Kempinski-Vorstandschef Reto Wittwer. Bewusst sei man das Risiko eingegangen, mit lokalen Partnern in die Märkte zu gehen, was hierzulande mit „viel Kritik und Häme“ beobachtet worden sei. Heute sei Kempinski in China mit zehn Hotels die Nummer zwei im Luxussegment. Auch in Afrika und im Mittleren Osten sei die Marke präsent, wenngleich Europa mit 29 Häusern und 15 geplanten Eröffnungen in den nächsten drei Jahren der Schwerpunkt bleibe.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Hyatt verspricht „lässigen Luxus“

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterHandelsblatt Specials

zurück
  • Chronik 2008: Das Jahr der Turbulenze...

    Chronik 2008: Das Jahr der Turbulenzen

    Bankenpleiten, Börsentalfahrt, Rezession: Kaum ein Jahr hat die Welt der Wirtschaft so durcheinander gewirbelt wie 2008. Im kommenden Jahr müssen sich Manager und Politiker neu beweisen. Handelsblatt.com blickt in den Tagen bis zum Jahreswechsel zurück auf eine Zeit vo...Special 

  • Türkei – ein Land zwischen Aufbruch u...

    Türkei – ein Land zwischen Aufbruch und Rückschritt

    Die Türkei sprüht vor Dynamik. Neben Istanbul bilden sich auch in Anatolien neue Wirtschaftszentren. Im Land entsteht ein Mittelstand. Das bietet auch Chancen für deutsche Unternehmer und Investoren. Zugleich gestaltet sich der Weg nach Europa schwierig: Die Türkei ste...Special 

  • Agenda IT-Fitness

    Agenda IT-Fitness

    Ob Waldarbeiter, Bäcker oder Arzt – ohne IT läuft im Beruf kaum noch etwas. Doch die Informationstechnologie wandelt sich permanent, und Unternehmen wie Arbeitnehmer müssen sich auf diesen Wandel einstellen. Wie das gehen kann, zeigt die Agenda „IT-Fitness“.Special 

vor

 

 

Bildergalerien

zurück
  • Wo sich das Sponsorenkarussell dreht

    Wo sich das Sponsorenkarussell dreht

    Zum Saisonende laufen in der Fußball-Bundesliga zahlreiche Verträge von Vereinen mit ihren Hauptsponsoren oder Ausrüstern aus, weitere kommen 2010 hinzu. Insgesamt geht es um Vermarktungsgelder von rund 90 Millionen Euro – und das mitten in der Wirtschaftskrise. Das Ma...Bildergalerie 

  • Rechte und Pflichten bei Eis und Schn...

    Rechte und Pflichten bei Eis und Schnee

    Starke Schneefälle, Glatteis und Dauerfrost haben in den vergangenen Tagen vielen den Weg zur Arbeit erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht.Handelsblatt.com erklärt, was Sie beachten sollten.Bildergalerie 

  • Neue Regeln für die Einreise in die U...

    Neue Regeln für die Einreise in die USA

    Ab dem 12. Januar müssen USA-Reisende ohne Visum vorab online einen Antrag beim US-Heimatschutzministerium stellen. Nur mit Genehmigung, die per E-Mail erteilt wird, darf der Geschäftsreisende oder Tourist dann ins Flugzeug steigen. Die letzte Entscheidung trifft aber ...Bildergalerie 

vor