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18.10.2006 
Rekord-Deal geplatzt

Mit dem Ellbogen durch den Picasso

Passend zum bevorstehenden 125. Geburtstag von Pablo Picasso (1881-1973) sollte ein Bild des spanischen Jahrhundert- Künstlers als teuerstes Bild der Welt den Besitzer wechseln. Doch der Deal scheiterte, weil der bisherige Eigentümer, der amerikanische Milliardär Steve Wynn, das Bild „Le Reve“ (Der Traum) aus Versehen beschädigte.

HB NEW YORK. Der Kasino-Mogul aus Las Vegas und Kunstsammler rammte bei einer Art Abschiedsfeier für das Bild seinen Ellenbogen durch die Leinwand. Ein Loch ziert jetzt den Unterarm des abgebildeten Modells, der Picasso-Geliebten Marie-Theresa Walter.

Einen Tag zuvor hatte sich Wynn mit dem New Yorker Kunstliebhaber Steven Cohen geeinigt. Cohen wollte den stolzen Preis von 139 Mill. Dollar (111 Mill. Euro) zahlen. Wynn selbst hatte „Le Reve“ 1997 für 48,4 Mill. Dollar erworben, berichtete die Zeitung „Las Vegas Review-Journal“. Der Verkauf hätte die bisherige Rekordmarke von 135 Mill. Dollar für ein Gemälde um fünf Mill. Dollar übertroffen. Diese Summe hatte der Kosmetik- Fabrikant Ronald S. Lauder vor kurzem für das 1907 entstandene Porträt „Adele Bloch-Bauer I“ von Gustav Klimt gezahlt.

Auf der Liste der zehn teuersten Gemälde der Welt ist Pablo Picasso derzeit gleich drei Mal vertreten - an zweiter, dritter und neunter Position. An zweiter Stelle liegt Picassos „Junge mit Pfeife“, dass im Jahre 2004 für 104,2 Mill. Dollar den Besitzer wechselte. Am 25. Oktober wäre Picasso 125 Jahre alt geworden.

„Es war ein entsetzliches Geräusch“, beschrieb die Autorin Nora Ephron das Missgeschick von Wynn in der Zeitung. Außer ihr hatte auch die Fernsehinterviewerin Barbara Walters dem Umtrunk um den Picasso beigewohnt. Ihrer Schilderung nach reagierte Wynn gelassen auf das selbst verschuldete Unglück. „Gott sei Dank war ich das“, habe er gesagt. Der Milliardär gilt als „Erbauer des modernen Las Vegas“. Von ihm stammen einige der ersten und größten Resort Hotels in der Wüstenstadt, darunter das Mirage mit 3000 Zimmern sowie das dem Roman „Schatzinsel“ nachempfundene Treasure Island.

Den Berichten zufolge zog Wynn selber sein Verkaufsangebot für das beschädigte Picasso-Gemälde zurück. Er will das 1932 entstandene Bild jetzt erstmal restaurieren lassen.

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