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01.03.2007 
Nach Selbstmordversuch

Mutmaßlicher Mörder Mitjas gefasst

Knapp eine Woche nach dem gewaltsamen Tod des neunjährigen Mitja aus Leipzig ist sein mutmaßlicher Mörder gefasst. Er hatte versucht, sich am Donnerstagmorgen das Leben zu nehmen. „Die Teamarbeit von Polizei, Bevölkerung und Medien hat den Gesuchten nie zur Ruhe kommen lassen“, sagte ein Polizeisprecher.

Lupe

HB LEIPZIG/SCHKEUDITZ. Nach Angaben der Polizei warf er sich gegen 0.45 Uhr in Schkeuditz bei Leipzig - etwa 200 Meter vom Fundort der Leiche entfernt - vor eine fahrende Straßenbahn. Er kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus, war am Morgen aber außer Lebensgefahr. Der mehrfach vorbestrafte Kinderschänder Uwe K. soll Mitja sexuell missbraucht und anschließend erstickt haben. Die Leiche wurde in dessen Gartenlaube gefunden.

„Der Tatverdächtige war trotz schwerer Verletzungen ansprechbar und ist deshalb eindeutig identifiziert“, sagte ein Polizeisprecher. Der Mann habe an den Gleisen gehockt und sei dann vor die Bahn gesprungen. Nach Angaben der Feuerwehr wurde der 43-Jährige von der etwa 40 Stundenkilometer schnellen Bahn trotz Vollbremsung rund 15 Meter mitgeschleift. Dabei wurde er unter dem Triebwagen eingeklemmt.

Laut Polizei hatte der Straßenbahnfahrer den Mann sofort erkannt. Am Morgen wurde Uwe K. unter strenger Überwachung in einem Leipziger Krankenhaus ärztlich versorgt. Ob er noch am Donnerstag vernommen werden könne, war von der Einschätzung der Mediziner abhängig. „Den lassen wir jetzt keine Sekunde aus den Augen“, sagte Polizeipräsident Rolf Müller. Das Ergreifen sei ein Erfolg der massiven öffentlichen Fahndung.

„Die Teamarbeit von Polizei, Bevölkerung und Medien hat den Gesuchten nie zur Ruhe kommen lassen“, sagte Müller am Donnerstagmorgen nach der Festnahme des 43-Jährigen in einem dpa-Gespräch. Es habe seit vergangenem Sonntag insgesamt 210 Hinweise aus der Öffentlichkeit gegeben, denen rund um die Uhr mit mehr als 100 Polizisten nachgegangen wurde. „Das hat uns darin bestätigt, mit unserer Suche in dem Bereich nördlich von Leipzig zu verharren“, sagte Müller.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Zermürbungstaktik trieb den Gesuchten in die Enge

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