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03.08.2006 
Wetter

New York kocht weiter - Angst vor „Blackout“

New York kocht weiter bei Temperaturen von mehr als 40 Grad bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit. Touristen aus Spanien klagen über die Hitze ("So etwas kennen wir von zu Hause nicht"), in Freibädern ist das Wasser zum Teil zu warm zum Baden, Fische sterben in aufgeheizten Seen, und Hunderte schlafen zur Abkühlung am Strand.

HB NEW YORK. Auf manchen Bürgersteigen könne man jetzt Eier braten, berichteten amerikanische Medien am Donnerstag. Und doch gab es kein hitzefrei: Sogar die Bauarbeiter auf dem Dach eines 33-stöckigen Hochhauses in Manhattan schufteten weiter.

Bürgermeister Michael Bloombergs größte Sorge ist ein "Blackout" durch einen Zusammenbruch des Stromnetzes. Zum ersten Mal in der Geschichte New Yorks hatte er deshalb den Hitze-Notstand ausgerufen. Um Strom zu sparen, gehen in der Millionenstadt zurzeit jeden Abend sehr früh die Lichter aus. Nach Wolkenkratzern und Brücken hüllt sich nun auch der sonst immer grell erleuchtete Times Square in ungewohntes Dunkel.

"Die Netze werden nur überleben, wenn wir unseren Energiekonsum reduzieren", warnte Bloomberg auf allen Fernsehsendern. Für die vielen orthodoxen Juden in New York brachte der Donnerstag eine besondere Herausforderung mit sich: Sie begingen den Fastentag Tischa beAw zum Gedenken an die Zerstörung des Jerusalemer Tempels und durften deshalb 24 Stunden lang nicht trinken.

Die meisten nahmen es gelassen: "Sehen Sie, Tischa beAw gibt es seit zweitausend Jahren, und es war immer schon im Sommer", sagte Rabbi Aron Heineman aus Brooklyn. "Irgendwie schaffen die Leute das schon." Die traditionelle Kleidung der Juden muss bei diesen Temperaturen etwa sechs Mal täglich gewechselt werden. Schlechte Zeiten auch für Kinder. Die fahrenden Ice-Cream-Stände mussten sich geschlagen geben: "Das Eis läuft uns einfach davon", klagte ein Verkäufer. Immerhin: Für Freitag wurde eine erste Abkühlung vorhergesagt.

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