0 Bewertungen
12.12.2007 

Ein alter Schulfreund von Ökonomiepreisträger Roger Myerson verrät, dass der schon mit zwölf Jahren etliche Spiele, „bei denen man denken musste“, gewonnen hat und dass er nun endlich verstehe, warum das so war. Prinzessin Madeleine erzählt Peter Grünberg derweil von Studium und Zukunftsplänen.

Nur Assar Lindbeck legt beim Dessert als einer der Ersten den goldenen Löffel weg. Das sei doch „the same procedure as every year“. Der weißhaarige Wirtschaftsprofessor von der Uni Stockholm ist seit 1969 das 37. Mal zu Gast – nur zweimal hat er ausgesetzt, als er in den USA lebte. Jahr für Jahr trägt er am 10. Dezember denselben Frack: „Das ist über die Jahre billiger als leihen.“

Manches hat sich natürlich schon verändert, jedenfalls seit dem ersten Nobel-Dinner 1901. Da speisten nur 113 Herren im Grand Hotel – dem Zuhause der Laureaten in der Nobelwoche. Zwei Jahre später war mit Marie Cuire die erste Dame geladen.

Fanfarenstöße, studentische Flaggenparade und Dankesreden der Laureaten gab es aber auch damals. In diesem Jahr dürfen Oliver Smithies für die Mediziner, Eric Maskin für die Ökonomen, der Physiker Albert Fert und Chemiker Ertl vom blumenverzierten Treppenabsatz zur königlichen Familie und den Gästen sprechen. Auch ein paar deutsche Worte klingen im glitzernden Saal, als Ertl Heisenberg und Goethe zitiert.

Jeder zwei Minuten, dann ist Zeit für ein letztes majestätisches Rechts, Links – „Skål“. Das ist das Signal: Aufstehen und flanieren ist nun erlaubt – in Richtung Goldener Halle, wo das Orchester Ambassadeur musiziert.

Als nach Mitternacht die Amerikaner Myerson und Maskin auf einer Party in der Aula der Stockholmer Uni trotz Frackzwang tanzen und Grünberg mit Kollegen im Grand Hotel anstößt, sind Carl Gustaf und Silvia längst wieder en famille. Und einer ist froh, dass endlich alles vorbei ist: Ertls jüngster Enkelsohn. Der ist erst nach einem Schinkenbrot im Hotel eingeschlafen.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterHandelsblatt Specials

zurück
  • Chronik 2008: Das Jahr der Turbulenze...

    Chronik 2008: Das Jahr der Turbulenzen

    Bankenpleiten, Börsentalfahrt, Rezession: Kaum ein Jahr hat die Welt der Wirtschaft so durcheinander gewirbelt wie 2008. Im kommenden Jahr müssen sich Manager und Politiker neu beweisen. Handelsblatt.com blickt in den Tagen bis zum Jahreswechsel zurück auf eine Zeit vo...Special 

  • Türkei – ein Land zwischen Aufbruch u...

    Türkei – ein Land zwischen Aufbruch und Rückschritt

    Die Türkei sprüht vor Dynamik. Neben Istanbul bilden sich auch in Anatolien neue Wirtschaftszentren. Im Land entsteht ein Mittelstand. Das bietet auch Chancen für deutsche Unternehmer und Investoren. Zugleich gestaltet sich der Weg nach Europa schwierig: Die Türkei ste...Special 

  • Agenda IT-Fitness

    Agenda IT-Fitness

    Ob Waldarbeiter, Bäcker oder Arzt – ohne IT läuft im Beruf kaum noch etwas. Doch die Informationstechnologie wandelt sich permanent, und Unternehmen wie Arbeitnehmer müssen sich auf diesen Wandel einstellen. Wie das gehen kann, zeigt die Agenda „IT-Fitness“.Special 

vor

 

 

Bildergalerien

zurück
  • Rechte und Pflichten bei Eis und Schn...

    Rechte und Pflichten bei Eis und Schnee

    Starke Schneefälle, Glatteis und Dauerfrost haben in den vergangenen Tagen vielen den Weg zur Arbeit erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht.Handelsblatt.com erklärt, was Sie beachten sollten.Bildergalerie 

  • Neue Regeln für die Einreise in die U...

    Neue Regeln für die Einreise in die USA

    Ab dem 12. Januar müssen USA-Reisende ohne Visum vorab online einen Antrag beim US-Heimatschutzministerium stellen. Nur mit Genehmigung, die per E-Mail erteilt wird, darf der Geschäftsreisende oder Tourist dann ins Flugzeug steigen. Die letzte Entscheidung trifft aber ...Bildergalerie 

  • Schneechaos legt Deutschland lahm

    Schneechaos legt Deutschland lahm

    Bis zu 20 Zentimeter Schnee und Glatteis haben am Montag weite Teile Deutschlands lahmgelegt. Autobahnen mussten gesperrt werden, Busse und Bahnen wurden durch die Schneemassen behindert. Auf dem Düsseldorfer Flughafen ging nichts mehr. Bilder vom Chaos.Bildergalerie 

vor