Ein alter Schulfreund von Ökonomiepreisträger Roger Myerson verrät, dass der schon mit zwölf Jahren etliche Spiele, „bei denen man denken musste“, gewonnen hat und dass er nun endlich verstehe, warum das so war. Prinzessin Madeleine erzählt Peter Grünberg derweil von Studium und Zukunftsplänen.
Nur Assar Lindbeck legt beim Dessert als einer der Ersten den goldenen Löffel weg. Das sei doch „the same procedure as every year“. Der weißhaarige Wirtschaftsprofessor von der Uni Stockholm ist seit 1969 das 37. Mal zu Gast – nur zweimal hat er ausgesetzt, als er in den USA lebte. Jahr für Jahr trägt er am 10. Dezember denselben Frack: „Das ist über die Jahre billiger als leihen.“
Manches hat sich natürlich schon verändert, jedenfalls seit dem ersten Nobel-Dinner 1901. Da speisten nur 113 Herren im Grand Hotel – dem Zuhause der Laureaten in der Nobelwoche. Zwei Jahre später war mit Marie Cuire die erste Dame geladen.
Fanfarenstöße, studentische Flaggenparade und Dankesreden der Laureaten gab es aber auch damals. In diesem Jahr dürfen Oliver Smithies für die Mediziner, Eric Maskin für die Ökonomen, der Physiker Albert Fert und Chemiker Ertl vom blumenverzierten Treppenabsatz zur königlichen Familie und den Gästen sprechen. Auch ein paar deutsche Worte klingen im glitzernden Saal, als Ertl Heisenberg und Goethe zitiert.
Jeder zwei Minuten, dann ist Zeit für ein letztes majestätisches Rechts, Links – „Skål“. Das ist das Signal: Aufstehen und flanieren ist nun erlaubt – in Richtung Goldener Halle, wo das Orchester Ambassadeur musiziert.
Als nach Mitternacht die Amerikaner Myerson und Maskin auf einer Party in der Aula der Stockholmer Uni trotz Frackzwang tanzen und Grünberg mit Kollegen im Grand Hotel anstößt, sind Carl Gustaf und Silvia längst wieder en famille. Und einer ist froh, dass endlich alles vorbei ist: Ertls jüngster Enkelsohn. Der ist erst nach einem Schinkenbrot im Hotel eingeschlafen.


