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17.11.2008 
Nach Schließung

Noch einmal Starts vom Flughafen Tempelhof

Offiziell ist der Flughafen Berlin Tempelhof endgültig geschlossen. Trotzdem dürfen jetzt noch einmal Maschinen vom ältesten Verkehrsflughafen der Welt abheben.

Das Archivbild zeigt eine Antonow AN-2 auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof. Zwei Maschinen dieses Typs sowie eine weitere Kleinmaschine dürfen nun doch noch von dem eigentlich geschlossenen Flughafen starten. Foto: dpaLupe

Das Archivbild zeigt eine Antonow AN-2 auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof. Zwei Maschinen dieses Typs sowie eine weitere Kleinmaschine dürfen nun doch noch von dem eigentlich geschlossenen Flughafen starten. Foto: dpa

dpa BERLIN. Vom geschlossenen Berliner Flughafen Tempelhof werden noch einmal Flugzeuge abheben. Die drei kleinen Maschinen, die den letzten Abflug vor der Schließung versäumt hatten, dürfen doch noch starten, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Montag mitteilte. Einen Termin dafür gibt es aber noch nicht.

Der älteste Verkehrsflughafen der Welt war in der Nacht zum 31. Oktober geschlossen worden. Die Piloten der drei Maschinen hatten wegen der tief hängenden Wolkendecke nicht mehr starten können. Die Flughafengesellschaft sah darin eine „Provokation“ und drohte, die Maschinen müssten per Tieflader weggeschafft werden.

Nun dürfen sie doch fliegen, müssen sich den Angaben zufolge jedoch auf einen gemeinsamen Termin einigen, der aber nicht auf ein Wochenende fallen darf. „Das ist jetzt erst einmal ein Organisationsproblem“, sagte der Pilot Detlef Bosin, dessen Maschine - eine Beechcraft Bonanza - noch auf dem Rollfeld steht. Er erreiche die beiden anderen Piloten nicht, hoffe aber, mit ihnen an diesem Dienstag starten zu können. Laut Senat müssen die Behörden 24 Stunden vor einem Termin über den geplanten Abflug informiert werden.

Tempelhof war nach 85 Jahren geschlossen worden, weil Berlin seinen Flugverkehr auf dem künftigen Hauptstadtflughafen im brandenburgischen Schönefeld konzentrieren will. Die Schließung war in der Stadt heftig umstritten. Seit der Luftbrücke 1948/49, als das von den Sowjets abgeriegelte West-Berlin aus der Luft versorgt wurde, gilt der Flughafen vielen als Symbol für den Freiheitswillen und das Durchhaltevermögen der Stadt. Bis zuletzt gab es von dem Flughafen Rundflüge historischer „Rosinenbomber“ aus dieser Zeit.

Der erneute letzte Abflug wird nun ein Privileg der Piloten, denn gemäß der Außenstartgenehmigung der Gemeinsamen Oberen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg dürfen nach Bosins Worten nur die im Antrag genannten Personen bei dem Flug in den Maschinen sitzen. Eine Vermarktung der Flüge an Touristen oder Tempelhof-Freunde komme nicht infrage. „Es gibt unglaublich viele Interessenten“, sagte Tilo Schmidt von „Air Tempelhof“. „Aber wir dürfen das nicht kommerziell ausschlachten.“ Ein roter Antonov-Doppeldecker des Unternehmens steht noch in Tempelhof, ebenso wie eine grüne Maschine gleichen Typs eines Strausberger Unternehmens.

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