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21.07.2008 
Luftqualität soll besser werden

Olympisches Fahrverbot in Chinas Hauptstadt

Mit Fahrverboten und Fabrikschließungen will Peking seine notorisch dicke Luft für die Olympischen Spiele verbessern. Am ersten Werktag mit Fahrverbot blieb das befürchtete Chaos im öffentlichen Nahverkehr von Chinas Hauptstadt aus - sichtbare Effekte in Sachen Luftqualität allerdings auch.

So sah es bislang zur Hauptverkehrszeit auf Pekings Straßen aus. Ein Fahrverbot soll jetzt die Luftqualität verbessen. Foto: dpaLupe

So sah es bislang zur Hauptverkehrszeit auf Pekings Straßen aus. Ein Fahrverbot soll jetzt die Luftqualität verbessen. Foto: dpa

HB PEKING. Das befürchtete Chaos in Pekings öffentlichem Nahverkehr blieb aus: Am ersten Werktag nach Verhängung eines um fassenden Fahrverbots floss der Verkehr in den meisten Gebieten der chinesischen Hauptstadt reibungslos. Die Maßnahme soll helfen, die chronisch schlechten Luftqualität Pekings vor den Olympischen Spielen zu verbessern. Die Luft blieb zunächst jedoch diesig - ein Zeichen, dass es mehrere Tage dauern könnte, bevor die am Sonntag in Kraft getretenen Maßnahmen greifen.

In den kommenden zwei Monaten darf jeweils nur die Hälfte der 3,3 Millionen Autos auf den Straßen der chinesischen Hauptstadt unterwegs sein, abhängig von geraden oder ungeraden Nummernschildern. Ein Sprecher des Olympischen Organisationskomitees sagte, die Fahrzeugemissionen könnten dadurch um mehr als 60 Prozent reduziert werden. Ausländische Experten warnen allerdings, dass Emissionen aus anderen Provinzen durch den Wind nach Peking getragen werden könnten. Auch Windstille, im August in Peking eine alltägliche Erscheinung, könnte die Lage verschlimmern, da sie zu einer Anreicherung der Luft mit Emissionen führen würde.

Am Montag mussten Fahrer von Autos mit gerader Zahl auf dem Nummerschild auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. „Es scheint, dass die U-Bahn nicht so voll ist, wie ich erwartet habe“, erklärte Chen Songde, der normalerweise mit dem Auto zur Arbeit nach Peking fährt. „Es gibt Ventilatoren und eine Klimaanlage, deshalb schwitzt man nicht so sehr.“

Um die Rushhour etwas zu entschärfen, waren die Beschäftigten am Montag zu einer Flexibilisierung ihrer Arbeitszeit aufgerufen worden. Öffentliche Einrichtungen öffneten eine Stunde später als normal. Außerdem wurden am Wochenende zwei neue U-Bahnlinien und eine Schienenverbindung zum Flughafen in Betrieb genommen. Bis zur Eröffnung der Spiele am 8. August sollen außerdem bis zu 3 000 zusätzliche Busse eingesetzt werden.

Seit Monatsbeginn sind bereits 300 000 Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß komplett von den Straßen verbannt. Die Behörden ließen angesichts der Luftverschmutzung außerdem zahlreiche Fabriken vorübergehend schließen. Chemiewerke, Gießereien und andere Unternehmen müssen ihre Emissionen um 30 Prozent reduzieren, Bauarbeiten wurden vollständig eingestellt.

Nach Angaben der Weltbank liegen 16 der 20 Städte mit der weltweit schlechtesten Luftqualität in China. Etliche Athleten haben sich entschieden, ihr Training außerhalb der Hauptstadt zu absolvieren. Und der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, hat mehrfach gewarnt, dass Wettkämpfe in Ausdauersportarten von mehr als einer Stunde Dauer wegen der Luftverschmutzung verschoben werden könnten.

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