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25.12.2007 
Urbi et Orbi

Papst Benedikt fordert Frieden für „gequälte Gebiete“

Papst Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsbotschaft in Rom zu Frieden und Gerechtigkeit in der Welt aufgerufen und die blutigen Folgen von Krieg, Konflikten und Terrorismus beklagt. In seiner Predigt vor tausenden Gläubigen im Petersdom hatte er am Abend vorher den „Missbrauch der Energien und deren schonungslose Ausbeutung“ kritisiert.

Lupe

HB ROM. Vor Zehntausenden von Gläubigen, darunter vielen Deutschen, wandte sich der Kirchenführer auf dem Petersplatz eindringlich gegen jede Art von Gewalt, die ganzen Völkern unerhörte Leiden zufüge. „Opfer sind insbesondere die schwächeren Personengruppen, die Kinder, die Frauen, die Betagten“, sagte Benedikt. Ethnische, religiöse und politische Spannungen sowie Instabilität, Rivalitäten und Diskriminierungen verhärteten die internationalen Beziehungen und zerrissen das innere Gefüge vieler Länder. Gleichzeitig nehme die Zahl der Flüchtlinge ständig zu, auch wegen der häufigen Naturkatastrophen, die oft Folge schwerer Umweltschäden seien.

Bei strahlendem Winterwetter spendete das katholische Kirchenoberhaupt anschließend auf dem Petersplatz den traditionellen Segen Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Erdkreis). Zugleich fügte er die Weihnachtsgrüße in 63 Sprachen hinzu. Auf Deutsch sagte der Papst: „Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!“.

In seiner Botschaft wies der deutsche Papst besonders auf die zahlreichen Kriegs- und Krisengebiete hin, „wo das Donnern der Waffen dröhnt“. Er zählte die „gequälten Gebiete“ auf, darunter Darfur, Somalia, die Grenzen von Eritrea und Äthiopien und den ganzen Nahen Osten. Seine Gedanken gingen vor allem in den Irak, in den Iran, in den Libanon und in das Heilige Land, nach Afghanistan, Pakistan und Sri Lanka sowie in die Balkanregion. Daneben gebe es noch viele andere, „leider zu oft vergessene Krisensituationen“, sagte er.

In der Mitternachtsmesse hatte Benedikt zuvor auf die große Not von Millionen Armen und Heimatlosen aufmerksam gemacht und den Zustand einer durch Umweltsünden „geschundenen Erde“ beklagt. Er rief in seiner Predigt dazu auf, Raum zu schaffen „für den Nächsten, für den Armen, für Gott“. Je reicher die Menschen würden, desto mehr füllten sie alles mit sich selber aus, sagte der Papst. „Irgendwie wartet die Menschheit auf Gott, auf seine Nähe. Aber wenn es soweit ist, hat sie keinen Platz für ihn.“

In seiner Predigt vor tausenden Gläubigen im Petersdom setzte er sich mit Nachdruck für Umweltschutz ein und kritisierte den „Missbrauch der Energien und deren schonungslose Ausbeutung“. Der Mensch lebe auf einer verschmutzten und in ihrer Zukunft bedrohten Erde.

Es war das dritte Weihnachtsfest des deutschen Papstes seit seiner Wahl im April 2005. Die Christmette wurde von Fernsehsendern in 60 Länder überspielt, in zwei Drittel davon als Live-Übertragung. Internationale Sender trugen am Dienstag auch den päpstlichen Segen und die Weihnachtsbotschaft bis nach Lateinamerika und Australien.

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