0 Bewertungen
25.12.2006 
Weihnachtsbotschaft

Papst ruft weltweit zum Frieden auf

Papst Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsbotschaft eine Lösung der blutigen Konflikte in aller Welt angemahnt. Vor allem im Nahen Osten hoffe er auf einen gerechten und lang dauernden Frieden, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Montag in Rom.

Papst Benedikt XVI. hat die Menschen zu Weihnachten aufgerufen, sich für mehr Frieden und Gerechtigkeit in der Welt einzusetzen. Foto: dpaLupe

Papst Benedikt XVI. hat die Menschen zu Weihnachten aufgerufen, sich für mehr Frieden und Gerechtigkeit in der Welt einzusetzen. Foto: dpa

HB ROM. Vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz verwies er vor allem auf die Konflikte und Kriege im Nahen Osten und forderte eine Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Israelis und Palästinensern. „Ich hoffe, dass sich im Respekt der unveräußerlichen Rechte der Völker dieser Region Perspektiven für einen gerechten und dauerhaften Frieden eröffnen.“ Eindringlich warnte Benedikt die Menschen der Moderne davor, die Auswirkungen des technischen Fortschritts zu überschätzen.

Bei strahlendem Wetter und frühlingshaften Temperaturen spendete das katholische Kirchenhaupt anschließend den traditionellen Segen Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Erdkreis). Zugleich fügte der Papst die Weihnachtsgrüße in 62 Sprachen hinzu. Auf Deutsch sagte er: „Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!“ Es ist für Benedikt die zweite Weihnachtsfeier seit seiner Wahl zum Papst im April 2005.

Ausführlich ging der deutsche Papst auf die Frage des technischen Fortschritts in der modernen Welt ein. Zwar habe der Mensch den Mond erreicht, erobere das Universums und sei dabei, „die wunderbaren Codes des menschlichen Genoms zu entschlüsseln“. Daher fühle sich der Mensch des 21. Jahrhunderts immer häufiger als „souveräner und sich selbst genügender Schöpfer des eigenen Schicksals“.

Doch dieser Eindruck sei eine Täuschung, denn es gebe nach wie vor Not, Leiden und tiefe Ungerechtigkeit in der Welt: „Immer noch sterben Menschen an Hunger und Durst, an Krankheit und aus Armut in dieser Zeit des Überflusses und des maßlosen Konsumismus. Immer noch gibt es Menschen, die versklavt, ausgebeutet und in ihrer Würde verletzt werden (...).“

Zugleich äußerte der Papst erneut die Hoffnung, in das Heilige Land (Israel und die besetzten Gebiete) reisen zu können. Ausdrücklich verweis das Oberhaupt der Katholiken auf die angespannte Lage im Libanon. „Ich vertraue darauf, dass nach den vielen Opfern, Zerstörungen und Ungewissheiten der Libanon in demokratischer Ordnung fortlebt und vorankommt und im Dialog mit den Kulturen und Religionen für die anderen offen ist.“ Zum Irak sagte Benedikt: „Einen Appell richte ich an diejenigen, die das Schicksal des Irak in Händen haben, dass die grausame Gewalt, die das Land mit Blut überzieht, ein Ende nehme und einem jeden Bewohner ein normales Leben gewährleistet werde.“

Bereits am frühen Morgen hatte der Papst die traditionelle Christmette im Petersdom gefeiert. Dabei erinnerte an das Leiden von Millionen Kindern in der Dritten Welt. Er verwies auf die Kindersoldaten, „auf die Kinder, die betteln müssen, auf die Kinder, die darben und hungern“ sowie auf „die Kinder, die keine Liebe erfahren.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Deutsche Kirchen fordern mehr Mitmenschlichkeit

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige
Anzeige

Blogkommentare zu diesem Artikel

Städtewetter Deutschland

Bitte tragen Sie hier PLZ oder Städtenamen ein:

weiterHandelsblatt Specials

zurück
  • Zukunft der Stadt

    Zukunft der Stadt

    Vor welchen Herausforderungen stehen die Metropolen von heute? Und wie sehen Ideen für die Stadt von morgen aus?Special 

  • 60 Jahre Bundesrepublik

    60 Jahre Bundesrepublik

    2009 feiert die Bundesrepublik ihren sechzigsten Geburtstag. Auch Handelsblatt.com blickt aus diesem Grund noch einmal auf Politik, Managementgeschichte und Ökonomie Deutschlands zurück. Obendrein gibt es beim BRD-Quiz attraktive Preise zu gewinnen.Special 

  • Brasilien – ein Riese erwacht

    Brasilien – ein Riese erwacht

    Brasilien hat sich gewandelt wie kaum ein anderes Land. Es hat gute Chancen, gestärkt aus der globalen Wirtschaftskrise hervorzugehen und steht zu Unrecht im Schatten von China und Indien. Das neue, starke Brasilien – ein Dossier.Special 

vor

 

 

Bildergalerien

zurück
  • Tour de France: Wer zu den Favorite...

    Tour de France: Wer zu den Favoriten gehört

    Bekannte Fahrer wie Alexander Winokurow, Alejandro Valverde oder Ivan Basso sitzen ihre Dopingsperrren ab, Alexander Klöden ist von seinen besten Zeiten weit entfernt – aber Lance Armstrong ist wieder dabei. Doch gehört er auch zu den Favoriten? Handelsblatt....Bildergalerie 

  • Wie man der Hitze Paroli bieten kan...

    Wie man der Hitze Paroli bieten kann

    Was tun bei unerträglich hohen Temperaturen? Schüler bekommen (manchmal) Hitzefrei, die arbeitende Bevölkerung wird dagegen wohl kaum blau machen können. Im Arbeitsalltag muss man sich etwas Anderes einfallen lassen. Zehn Tipps, was man gegen die drückende Hi...Bildergalerie 

  • Reich und sexy: Hollywoods Topverdi...

    Reich und sexy: Hollywoods Topverdienerinnen

    Eines haben sie allesamt gemein: Sie sind bildhübsch, sie sind alle über 30 und fast alle Amerikanerinnen. Das US-Magazin „Forbes“ hat zusammengetragen, was bekannte Schauspielerinnen in den vergangenen zwölf Monaten eingeommen haben. Wer zu den Spitzenverdie...Bildergalerie 

vor