Offiziell kann man das Buch aber im Ausland kaufen. Es wurde inzwischen in 16 Sprachen übersetzt. Die Verlage haben den eigentlichen Namen der Autorin Chun Shu in Chun Sue abgewandelt, um ihn internationaler zu machen.
Kurz nach Erscheinen des ersten bringt sie ihr zweites Buch heraus: „Ein halber Tag Ekstase“. Auch der Roman wird in ihrer Heimat verboten. Erst beim dritten Buch, einem Gedichtband, gibt es keinen Ärger mit der Zensur. „Das Verbot der Bücher hat mich fast zur Verzweiflung gebracht. Warum die Bücher verboten wurden, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, wen ich danach fragen sollte“, sagt Chun Sue.
Auch wenn ihr die Zensur am modernen China nicht passt, genauso wenig wie andere Dinge, etwa die Schere zwischen Arm und Reich: Kritik daran lässt sie nicht zu – zumindest nicht, wenn sie von außen kommt. Darauf reagiert sie allergisch und zählt gleich alle Versuche der chinesischen Führung auf, die angeprangerten Zustände zu beseitigen.
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Auch das ist typisch für ihre Generation. Sie interessiert sich durchaus für Politik, Missstände fallen ihr auf, sie fordert aber keine Veränderungen und stellt schon gar nicht das System infrage. Das Land erscheint trotz aller Reformen zu eng, und dennoch geben sich die Jugendlichen patriotisch. „Ich liebe China. Ich denke, es ist selbstverständlich, sein Vaterland zu lieben“, sagt Chun Sue.
Ihre Vaterlandsliebe geht so weit, dass sie derzeit freiwillig einen Kurs für junge Schriftsteller besucht, den der Künstlerverband anbietet – also eine staatliche Institution. „So ein Kurs nimmt einem aber nicht die Unabhängigkeit“, sagt Chun Sue. „Im Unterricht hat der Lehrer interessante Dinge erzählt, und als ein Teilnehmer hinter mir immer dazwischengeredet hat, wollte ich schon zu ihm sagen: ,Du, halt's Maul'.“
Sobald sich die Tür öffnet, ziehst du das Messer und gehst auf ihn los. Ah! Ah! Ah! Jeder Stoß ist von strahlendem Lachen begleitet, während sein Blut einen roten Schleier über dein Gesicht wirft. Schließlich brichst du in einem See aus Blut zusammen. Als Li tatsächlich die Tür öffnete, verfluchte ich ihn nicht nur, ich fand mich stotternd und murmelnd, als ob die Sache mit mir Schluss gemacht hätte, statt ich mit der Sache.
Chun Sue ist derzeit die Jüngste unter den Autoren, die über das wilde Leben der Jugend schreiben, Einblicke in das Szeneleben in Chinas Großstädten geben und mit der Zensur aneinandergeraten.
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