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07.05.2008 

Dazu gehört auch Wei Hui, zehn Jahre älter als Chun Sue, die Autorin von „Shanghai Baby“. Und Mianmian, die der Roman „Candy“ berühmt machte. In den Büchern geht es um Sex und Drogen, Selbstmordversuche und Liebesdramen, Lebenslust und Existenzangst. Altmeister dieser Art der Literatur ist Wang Shuo, 1958 geboren. Einige Werke dieser drei Autoren sind verboten. Doch der Staat schreitet inzwischen seltener ein. Bücher anderer Autoren, die ähnlich unkonventionell und provokant daherkommen wie Chun Sue & Co., sind frei erhältlich. Es ist nicht immer nachvollziehbar, woran die Zensoren Anstoß nehmen.

Chun Sue arbeitet an einem neuen Buch. „Liebe unterwegs“ lautet der Arbeitstitel. „Es soll nicht mein Image als erotische Autorin bedienen“, sagt sie. Probleme mit der Zensur sieht sie daher nicht bei ihrem neuesten Roman „Das könnte beim übernächsten Buch wieder anders sein“, erzählt sie. „Es spielt zur Zeit der Kulturrevolution. In den 60er-Jahren. Ein eher fiktionales Buch.“

Mit weitgehend autobiografischen Storys kann sie heute nicht mehr punkten. „Was eine Person erleben kann, reicht auf Dauer nicht“, sagt Chun Sue. Also muss sie sich Geschichten ausdenken.



In „Liebe unterwegs“ taucht auch erstmals ihr deutscher Freund Jakob auf. „Er ist auch ganz gespannt drauf. Zu Anfang habe ich eine fiktive Geschichte geschrieben, dazwischen kommen immer wieder nicht erfundene Teile“, sagt die junge Autorin.

Das haltlose Mädchen von damals hat sich gefangen. Sie schreibt Bücher, einen Internet-Blog und arbeitet als Journalistin für ein Lifestyle-Magazin. Parallel dazu hat sie eine Hauptrolle in einem Independent-Film übernommen, arbeitet als Foto-Model und singt auf Musikfestivals. „Ich lebe jetzt ein sehr normales Leben wie alle Leute“, behauptet sie.

Auch privat sei sie ruhiger geworden. „Ich verlieb mich nicht mehr alle zwei Wochen in einen anderen Typen, rauche nicht mehr so viel und gehe nicht mehr so oft zu Rockkonzerten.“ Dafür sei sie jetzt Buddhistin geworden. „Der Buddhismus hilft mir, ruhiger zu werden.“ Ihre Punkzeit mit purpurfarbenen Haaren und drei Ringen an jeder Hand sei endgültig vorbei. Doch dann seufzt Chun Sue angesichts ihrer neuen Bravheit. „Mein Leben ist heute zu langweilig, damit bin ich sehr unzufrieden.“

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