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15.02.2006 

„Die Höckerschwäne können aber auch aus Osteuropa gekommen sein“, mutmaßte Reinking. Sie könnten vor der Kälte in Russland geflohen sein. „Wir wissen nicht, wie weit sie fliegen können. Mehrere hundert Kilometer können es aber sein." Bairlein erwartet, dass die Veterinärämter in den kommenden Tagen viele tote Vögel untersuchen müssen. Wenn dabei auch Grippeviren gefunden werden, erlaube dies jedoch noch keinen Rückschluss auf die Vogelgrippe als Todesursache, warnte Bairlein: „Wir müssen vielmehr auf diese bislang nicht entdeckten natürlichen Viren-Reservoirs achten. In den meisten Fällen sterben die Tiere tatsächlich an anderen Ursachen.“

Bewohner der Insel Rügen berichteten von bisher rund 100 toten Schwänen. Diese seien wegen eines Verdachts auf Vogelgrippe den Behörden und der Polizei gemeldet worden, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes in Bergen auf Rügen. Doppelzählungen seien jedoch nicht ausgeschlossen. Die Tiere würden aufgelesen und zur Untersuchung zum Friedrich-Loeffler-Institut gebracht.

Der Nachweis des gefährlichen Virus H5N1 rief am Mittwoch auch den Krisenstab Tierseuchenbekämpfung von Bund und Ländern auf den Plan. Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) bezeichnete die Lage in Deutschland als „sehr ernst“. Es gebe aber keinen Anlass zur Panik, sagte er nach der Sitzung des Gremiums. Allerdings gelte es, „sehr wachsam und vorsichtig zu sein“.

In einer Schutzzone im Radius von zehn Kilometern um die Fundorte der toten Schwäne und des Habichts auf Rügen muss das Geflügel auch nach EU-Recht in Ställe gesperrt werden. In einer Sperrzone von drei Kilometern dürfen mindestens 21 Tage lang kein Geflügel oder Geflügel-Fleisch eingeführt oder verkauft werden. Urlauber hatten verendete Schwäne Ende vergangener Woche an einer Fähre zwischen den Inseln Rügen und Hiddensee gefunden, bei denen jetzt die Vogelgrippe nachgewiesen wurde.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind derzeit rund 170 Menschen - ausschließlich in Asien - an der Vogelgrippe erkrankt. Mehr als 90 davon sind gestorben.

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