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30.09.2008 
Entführte Touristen

Sahara-Geiseln zurück in Deutschland

Elf Tage nach ihrer Entführung in der Sahara sind die fünf deutschen Touristen am Dienstag wieder wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt. Ein gecharterter Airbus der Lufthansa mit den Freigelassenen landete gegen 8.20 Uhr auf dem militärischen Teil des Berliner Flughafens Tegel. Unter den Passagieren war auch die entführte Rumänin.

Wieder in Sicherheit: Die in der Sahara entführten Touristen kehrten am Dienstag nach Deutschland zurück. Foto: APLupe

Wieder in Sicherheit: Die in der Sahara entführten Touristen kehrten am Dienstag nach Deutschland zurück. Foto: AP

HB BERLIN. Bereits in der Nacht waren die fünf ebenfalls befreiten italienischen Touristen mit einer Militärmaschine in ihrer Heimatstadt Turin eingetroffen. Die genauen Umstände der Befreiung lagen auch am Dienstag noch weitgehend im Dunkeln.

In Interviews bezeichneten die italienischen Touristen ihre Verschleppung in der Wüste als "sehr hart". Wasser und Lebensmittel seien rationiert gewesen, die Temperaturen hätten tagsüber bei rund 60 Grad gelegen. Ein Paar aus Hessen sagte nach der Ankunft in Deutschland, dass die Geiselnehmer am Montag offenbar vor einer drohenden Militäraktion geflohen waren. "Die haben uns einfach sitzenlassen und sind weg", sagte der 56-jährige Mann aus Kassel. Von Kampfhandlungen habe er nichts mitbekommen.

Vom Auswärtigen Amt in Berlin waren am Dienstag keine Details zur Befreiungsaktion zu erfahren. Wie die Behörde bestätigte, waren an Bord der Sondermaschine auch Spezialkräfte der Bundeswehr sowie Dutzende Angehörige der Elitetruppe GSG9 und der Fliegerstaffel der Bundespolizei. Auch Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes und des technischen Hilfswerks kehrten in dem Flugzeug aus Ägypten zurück.

Das Auswärtige Amt teilte zur Aktion in der Sahara lediglich mit: "Die ägyptische Regierung hatte ihre Bereitschaft erklärt, die von deutscher Seite angebotenen Sicherheitskräfte vor Ort als Unterstützung einzubinden. Diese Kräfte mussten jedoch nicht zum Einsatz kommen."

Der italienische Außenminister Franco Frattini betonte noch einmal, dass kein Lösegeld gezahlt worden sei. Es habe eine "gemeinschaftliche Operation italienischer, deutscher, sudanesischer und ägyptischer Spezialeinheiten" gegeben, die zur Befreiung der Geiseln geführt habe. Er habe nie von Gewaltanwendung gesprochen, fügte er hinzu.

Die Entführungsopfer waren am Morgen bei strahlendem Sonnenschein an der Gangway von den Staatssekretären Reinhard Silberberg (Auswärtiges Amt), August Hanning (Innen) und Rüdiger Wolf (Verteidigung) begrüßt. Die Staatssekretäre äußerten ihre Erleichterung über die sichere Rückkehr der Urlauber. Sie dankten dem Krisenstab und allen Einsatzkräften für einen unermüdlichen Einsatz.

Bei den befreiten deutschen Touristen handelt es sich nach Auskunft des Auswärtigen Amtes um ein Paar aus Hessen - eine 60- jährige Frau und einen 56 alten Mann, einen 37-jährigen Mann und eine 69 Jahre alte Frau aus Baden-Württemberg sowie einen 65-jährigen Mann aus Berlin. Das hessische Paar wurde später in Kassel mit Luftballons und Spruchbändern von den erleichterten Nachbarn empfangen.

Die fünf Deutschen waren am 19. September auf einer Wüsten-Safari zusammen mit fünf Italienern und einer Rumänin sowie acht ägyptischen Begleitern entführt worden.

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